Wirtschaft Sturm „Harvey“ drückt Versicherer-Aktien

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«Frankfurt.» Enttäuschung über das Ausbleiben klarer geldpolitischer Signale auf dem Notenbanker-Gipfel in Jackson Hole sowie mögliche konjunkturelle Folgen der Flutkatastrophe in Texas nach dem Wirbelsturm „Harvey“ haben gestern den Dollar belastet.

Der Euro stieg auf 1,1963 Dollar. Das war der höchste Stand seit Anfang Januar 2015. „Insbesondere die Tatsache, dass sich Draghi in keiner Weise zur Gemeinschaftswährung geäußert hat, wurde dahingehend interpretiert, dass sich die Zentralbanker in Frankfurt an der derzeitigen Aufwertung nicht stören“, stellten die Analysten der Metzler Bank fest. Der Dollar geriet aber auch durch die Sorge um Texas unter Druck. Der Wirbelsturm „Harvey“ war der schwerste, der seit mehr als 50 Jahren über das Land fegte, ganze Landstriche stehen wegen massiver Regenfälle unter Wasser. Zuletzt hatte sich die Wirtschaft in den USA schon nicht mehr so schwungvoll entwickelt wie von vielen erhofft. Das Unwetter setzte an der Aktienbörse vor allem die Kurse von Rückversicherern unter Druck: Im Dax fielen die Aktien der Münchener Rück um zeitweise gut 1 Prozent. Die im M-Dax gelisteten Papiere der Hannover Rück verloren 1,5 Prozent. Dabei rechnet der Konzern nicht mit so starken Schäden wie nach dem Hurrikan „Katrina“, der vor zwölf Jahren New Orleans heimgesucht hatte. Am Rohstoffmarkt nährte der Ausfall zahlreicher Raffinerien an der US-Golfküste Spekulationen auf einen Versorgungsengpass mit Benzin. Dies trieb den US-Preis um 6,8 Prozent auf ein Zwei-Jahres-Hoch von 1,7799 Dollar je Gallone (3,8 Liter). Rohöl der US-Sorte WTI verbilligte sich dagegen um rund 1 Prozent auf 47,42 Dollar je Barrel (159 Liter), denn ohne die Kapazitäten zur Weiterverarbeitung blieben die Ölförderer auf ihrem Produkt sitzen, sagte ein Händler. Dagegen zog an den Terminmärkten der richtungsweisende Preis für Nordseeöl leicht an. Dass der Rohölpreis, anders als vor zwölf Jahren bei „Katrina“, nicht stieg, wurde auch mit der gesunkenen Bedeutung der Ölförderung vor der US-Küste erklärt.

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