Wirtschaft Sorge vor Déjà-vu

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Börsianer gelten als ziemlich abgebrüht. Seit dem Brexit-Referendum 2016 schien die Anleger an den Aktienmärkten praktisch nichts mehr zu schocken. Doch die wiederholten Raketentests in Nordkorea und der unerwartete US-Luftangriff in Syrien haben nun offenbar auch an den Finanzmärkten die Sorge ausgelöst, die Vereinigten Staaten könnten auf einen Krieg zusteuern. Dafür spricht neben dem leichten Rückgang der Aktienkurse vor allem der Anstieg des Goldpreises, der in der Karwoche ein Jahreshoch erreichte. Gold gilt als sicherer Hafen in Krisenzeiten. Auch in der neuen Woche dürften die meisten Anleger vorsichtig bleiben – gerade in Europa. Denn am Sonntag steht die erste Runde der französischen Präsidentschaftswahl an. Die Rechtspopulistin und EU-Gegnerin Marine Le Pen hat gute Chancen, es in die zweite Runde zu schaffen. Obendrein holte der Linkskandidat Jean-Luc Mélenchon in Umfragen kräftig auf. Eine Stichwahl zwischen Le Pen und Mélenchon wäre aus Sicht der Finanzmärkte eine „Wahl zwischen Pest und Cholera“, kommentiert die Landesbank Baden-Württemberg. Zwar sei ein solches Szenario unwahrscheinlich, doch die „Sorge vor einem Déjà-vu von Brexit-Votum und Trump-Wahl“ wachse, schreiben die Analysten. Schließlich hatte auch den Ausgang des EU-Referendums in Großbritannien und der US-Präsidentschaftswahl kein Experte vorhergesagt. Spannend wird die Woche auch für Bankaktionäre. In den USA legen mit der Bank of America, Goldman Sachs und Morgan Stanley ihre Zahlen fürs erste Quartal vor. Nach der Wahl Trumps zum US-Präsidenten hatten die Kurse amerikanischer Bankaktien zunächst kräftig zugelegt, unter anderem weil Republikaner eine Lockerung der Finanzmarktregulierung in Aussicht stellten. Zuletzt mehrten sich aber Warnungen, die Erwartungen seien überzogen. Die Frage, was Trumps Team tatsächlich vor hat, dürfte auch die Frühjahrstagung von Internationalem Währungsfonds und Weltbank in Washington beherrschen.

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