Hohe Kante RHEINPFALZ Plus Artikel Sind Waffenkonzerne jetzt nachhaltig?

Hartmut Walz ist Professor für Bankbetriebslehre an der Hochschule Ludwigshafen.
Hartmut Walz ist Professor für Bankbetriebslehre an der Hochschule Ludwigshafen.

Rüstungsfirmen wollen nachhaltig werden. Das zeigt das Dilemma ethischer Anlagen.

„Waffen spielen eine Schlüsselrolle beim Kampf der Ukraine gegen Russlands Invasion. Die Rüstungslobby nutzt die Lage jetzt, um sich als „nachhaltig“ zu positionieren. Was bedeutet das für Anleger, die ihr Geld sozial-ökologisch anlegen wollen?“

In der Tat sind Unternehmen der Rüstungsindustrie und Militärtechnik bislang in fast keinem Nachhaltigkeitsindex zu finden. Ebenso gibt es kaum einen aktiven nachhaltigen Fonds, der diese Branche als Anlage zugelassen hat. Aber während Rüstungsfirmen bisher versuchten, möglichst wenig auf sich aufmerksam zu machen, treten deren Vorstände seit dem russischen Angriff auf die Ukraine selbstbewusst ins Rampenlicht. Ihre These, Rüstungsgüter seien Voraussetzung für Sicherheit und Frieden und damit ein Beitrag zur Nachhaltigkeit, macht ein Dilemma nachhaltigen Anlegens sichtbar – die Abwägung zwischen mehreren, miteinander in Konflikt stehenden Zielen.

Diese Problematik wird sich künftig noch bei anderen Branchen wiederholen und lässt nur eine Schlussfolgerung für Anleger zu. Vermeiden Sie bei Ihrer Geldanlage hohe Kosten für versprochene Nachhaltigkeitsanstrengungen. Investieren Sie entweder in klassische, passive Indexfonds oder wählen Sie deren preiswerte „hellgrüne“ Varianten. Also Produkte, die nur einen eingeschränkten Nachhaltigkeitsanspruch geltend machen, dafür jedoch kaum zusätzliche Kosten verursachen. Hingegen sind teure Anlagevehikel schon deswegen nicht nachhaltig , weil Anleger sich mit ihnen ganz sicher arm sparen.

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