Wirtschaftsgrafik „Zahlen, bitte!“ Schlecht bezahlte Helden
In der Corona-Krise werden sie als Helden gefeiert: Kranken- und Altenpfleger sind unverzichtbar. Sie zählen zu den als systemrelevant eingestuften Berufsgruppen. Aber spiegelt sich ihre Systemrelevanz auch im Gehalt wider? Vollzeitbeschäftigte Fachkräfte in rheinland-pfälzischen Krankenhäusern, zum Beispiel Gesundheits- und Krankenpfleger, verdienten im vergangenen Jahr im Durchschnitt 3493 Euro brutto im Monat. Fachkräfte in Altenheimen in Rheinland-Pfalz kamen auf 2961 Euro. Dies geht aus Zahlen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung hervor. Die Löhne im Pflegesektor unterscheiden sich zwischen den einzelnen Bundesländern erheblich: Bei den Fachkräften in der Altenpflege etwa reicht die Spannweite zwischen 2329 Euro in Sachsen-Anhalt und 3169 Euro in Baden-Württemberg, bei den Fachkräften in der Krankenpflege zwischen 2962 Euro in Mecklenburg-Vorpommern und 3644 Euro im Saarland.
In Rheinland-Pfalz verdienen Fachkräfte in der Krankenpflege mit durchschnittlich 3493 Euro geringfügig mehr als die Beschäftigten insgesamt mit 3265 Euro. Fachkräfte in der Altenpflege verdienen dagegen mit einem mittleren Lohn von 2961 Euro rund zehn Prozent weniger als die Beschäftigten insgesamt.
Laut Arbeitsagentur waren in Deutschland im Jahr 2018 1,6 Millionen Pflegekräfte in der Kranken- und Altenpflege sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Bei Altenpflegern besteht ein bundesweiter Fachkräftemangel. Bei Krankenpflegern besteht mit Ausnahme der drei Bundesländer Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sowie Hamburg ebenfalls eine Mangelsituation. Schätzungen zufolge werden in Deutschland im Jahr 2030 mindestens 100.000 Altenpfleger fehlen.
Laut einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung liegt der durchschnittliche Bruttostundenlohn in systemrelevanten Berufen bei 17,50 Euro, bei allen anderen Berufsgruppen liegt er bei über 20 Euro pro Stunde. Bei der Zahl 17,50 Euro als Durchschnittseinkommen ist es wichtig zu berücksichtigen, dass hier auch die Gehälter der Ärzte einfließen. Das heißt, die Masse der Beschäftigten verdient noch deutlich weniger.