Wirtschaft Proteinpulver wird knapp und teuer

Viele Hobbysportler greifen auf Proteinpulver als Nahrungsergänzungsmittel zurück.
Viele Hobbysportler greifen auf Proteinpulver als Nahrungsergänzungsmittel zurück.

Proteinshakes sind beliebt – unter anderem bei Kraftsportlern. Mittlerweile ist die Nachfrage so hoch, dass es zu Lieferschwierigkeiten kommt.

Proteinmilch, Proteinbrot, Proteinpulver – wo man im Supermarkt auch hinschaut, findet man Produkte, die sich ihren hohen Eiweißgehalt auf die Fahnen schreiben. Nicht zuletzt dank der Fitness-Szene liegen Proteinprodukte im Trend. Sportler versprechen sich davon häufig einen stärkeren Muskelaufbau. Auch die wachsende Beliebtheit von Abnehmspritzen befeuert laut der Agrarmarkt Informationsgesellschaft die Nachfrage. In den vergangenen Monaten gab es bereits Lieferengpässe bei Tofu und dem Milchprodukt Skyr, die ebenfalls einen hohen Proteingehalt haben.

Für Kraftsportler und Abnehmwillige gibt es nun allerdings noch mehr schlechte Nachrichten: Die Preise für Molkepulver, das häufig für Proteinshakes verwendet wird, sind laut dem Europäischen Milchpulververband in den vergangenen drei Jahren kontinuierlich gestiegen. Seit Januar dieses Jahres habe es einen Preisanstieg von 40 bis 60 Prozent gegeben. Das liege auch an der hohen Nachfrage nach den Produkten. Dass die Preise demnächst wieder sinken, sei auch nicht in Aussicht.

Ein Sprecher der Supermarkt-Kette Rewe teilt mit, einzelne Proteinpulver-Marken seien derzeit nur eingeschränkt verfügbar. Auch die Drogeriemarkt-Kette dm erklärte, dass es „vereinzelt zu temporären Lieferengpässen“ kommen könne.

Für die Hersteller ist es allerdings keine Option, einfach mehr Molke herzustellen. Molke sei ein Nebenprodukt der Käseherstellung und könne deshalb nicht in beliebiger Menge ausgeweitet werden, sagt eine Sprecherin von „The Quality Group“, dem Unternehmen hinter den Marken More Nutrition und ESN. Das Molkereiunternehmen DMK hat nach eigenen Angaben bereits seine Produktionskapazitäten erweitert und rund 26 Millionen Euro in eine neue Anlage für die Herstellung von Molkenprotein investiert. Hoffnung auf sinkende Preise kann eine Sprecherin des Unternehmens trotzdem nicht machen.

Da bleibt für Proteinshake-Jünger nur, auf vegane Alternativen umzusteigen – oder sich mal Gedanken zu machen, ob Proteinshakes wirklich notwendig sind. Laut Studien reicht eine ausgewogene Ernährung vollkommen aus, um den Proteinbedarf eines durchschnittlichen Hobbysportlers zu decken. Und mehr Protein zu sich zu nehmen, helfe nicht automatisch dabei, mehr Muskelmasse aufzubauen.

x