Digitales Leben
Pixel-Chaos?: Streit um das neue Bildformat JPG XL
Wer fotografiert, hat es in der Mehrzahl mit JPG- und Raw-Bildern zu tun, die von der Kamera geliefert werden. Der wichtigste Unterschied der beiden Formate: JPG sind mehr oder minder stark komprimiert, Raw-Bilder sind es nicht und speichern die Bildinformationen verlustfrei. Raw-Bilder müssen aber nach der Bearbeitung in einem speziellen Editor in ein gängiges Format exportiert werden. Das ist oft ein TIFF, weil dies die verlustfreie Speicherung erlaubt. Auf Webseiten finden sich meist JPG, PNG, GIF (für Animationen) oder das von Google entwickelte Webp-Format. Das alles ist nur für den Betreiber einer Website relevant. Oder für Menschen, die sich gerne Bilder aus dem Netz herunterladen. Ein heruntergeladenes Webp-Bild muss dann beispielsweise erst einmal in einem Bildbearbeitungsprogramm umgewandelt werden, sonst öffnet es sich immer nur im Browser.
Google sperrt sich gegen neues Format
Nun gibt es ein neues Format: JPG XL. Das ist von der „Joint Photographic Expert Group“ (JPEG) entwickelt worden. Die Vorteile: Trotz Komprimierung ist die Bildqualität höher als beim alten JPG. Es können größere Bilder verarbeitet werden, weil im Programm das Bild erst in niedriger Auflösung geladen wird und dann bei Bedarf der Rest. Bilder können auch mehr Farben darstellen und dazu HDR, also Bilder mit hohen Kontrasten verarbeiten. Das Format bietet somit viele Vorteile. Branchengrößen wie Adobe, Facebook und Intel sprechen sich dafür aus.
Aber Google als Lieferant der Chrome-Engine für den eigenen und weitere Browser sperrt sich. Gerüchte sprechen davon, dass man lieber auf selbst entwickelte Formate setzen will. Was daraus wird, ist unklar. Aber selbst wenn JPG XL nicht im Internet stattfinden wird, kann es für alle Fotofans interessant sein. Immerhin will Adobe bei Photoshop den Export unterstützen. Wer also sein Raw-Bild aus der Kamera bearbeitet hat, wird es als JPG XL speichern können.