Wirtschaft Pharmakonzern Sanofi schluckt US-Biotechfirma

«Paris.» Sanofi-Chef Olivier Brandicourt bläst zum Angriff. Für 11,6 Milliarden Dollar (rund 9,5 Mrd Euro) übernimmt der französische Pharmakonzern die US-Biotechfirma Bioverativ, die sich auf die Behandlung der Bluterkrankheit spezialisiert hat.
Sanofi will damit seine Stellung bei seltenen Krankheiten stärken, wie das Unternehmen gestern in Paris mitteilte. Die Anteilseigner von Sanofi warten schon seit Längerem auf eine größere Übernahme. Bislang bewies Brandicourt, der den Konzern seit bald drei Jahren führt und von Bayer kam, kein glückliches Händchen. Ob beim US-Krebsspezialisten Medivation oder bei Europas größtem Biotechunternehmen Actelion – in beiden Übernahmewettläufen musste sich der Sanofi-Chef der Konkurrenz geschlagen geben. Bioverativ ist der größte Sanofi-Zukauf seit der rund 20 Milliarden Dollar schweren Übernahme der US-Biotechfirma Genzyme im Jahr 2011. An der Börse konnte Sanofi trotzdem nicht punkten: Die Aktien des Pharmakonzerns fielen im frühen Handel um mehr als 3 Prozent. Der Deal werfe eine Reihe von Fragezeichen auf, urteilten die Finanz-Analysten. Zwar biete die Übernahme kurzfristig Wachstum, das langfristige Bild sei aber nicht so klar. Bereits in diesem Jahr soll Bioverativ zum Gewinn des französischen Konzerns beitragen. Im Jahr 2016 setzte die US-Firma 887 Millionen Dollar um und kam dabei auf einen Nettogewinn von rund 233 Millionen Dollar. Bioverativ wurde im vergangenen Jahr vom US-Biotechkonzern Biogen abgespaltet. Aktienchart