Insheim RHEINPFALZ Plus Artikel Pfälzer Lithium für Europa

Das Geothermiekraftwerk in Insheim.
Das Geothermiekraftwerk in Insheim.

Die Pfalzwerke AG Ludwigshafen hat am Donnerstag ihr Geothermiekraftwerk in Insheim an die Vulcan-Gruppe, Karlsruhe, verkauft. Dort soll künftig vor allem Lithium produziert werden. Ein wichtiger Abnehmer ab 2026 ist VW.

Diese Pläne, die im Januar greifen, haben die beiden Unternehmen am Donnerstagnachmittag nach der notariellen Vertragsunterzeichnung in einer digitalen Pressekonferenz mit der RHEINPFALZ mitgeteilt. Einen Kaufpreis nannten sie nicht. Das Personal der Pfalzwerke Geofuture, die das Insheimer Kraftwerk betreibt, wechselt zum neuen Eigentümer.

Nach Angaben von Pfalzwerke-Vorstandsmitglied Werner Hitschler lief das Insheimer Geothermiekraftwerk zwar störungsfrei, habe aber „mal schwarze und mal rote“ Zahlen geschrieben. Die Pfalzwerke wollen sich künftig auf andere erneuerbare Energiequellen wie Wind und Sonne konzentrieren.

Thorsten Weimann, der bei Vulcan für das operative Geschäft zuständig ist, kündigte an, dass das Unternehmen in Insheim eine dritte Bohrung niederbringen und auch an anderen Stellen im Oberrheingraben Thermalwasser fördern will, um große Mengen Lithium liefern zu können. Dazu habe Vulcan zwei Bohrgeräte erworben. Eine weitere Bohrung ist im Übrigen auch im Landauer Geothermiekraftwerk geplant, das einem Investmentfonds gehört. Die Stromgewinnung soll in Insheim künftig nicht mehr das wichtigste Standbein sein. Wärme war in Insheim nicht ausgekoppelt worden. Pläne für großflächige Gewächshäuser des Pfalzmarktes in Mutterstadt als Wärmeabnehmer hätten sich nicht so schnell wie erhofft umsetzen lassen, sagte Hitschler.

Vulcan und VW hatten am Mittwoch mitgeteilt, einen Vertrag für klimaneutral gewonnenes Lithium aus dem Oberrheingraben abgeschlossen zu haben. Noch arbeitet Vulcan daran, das physikalische Verfahren, für das viel Wärme benötigt wird und das sich in einer Pilotanlage im Geothermiekraftwerk Landau bereits bewährt habe, auf den industriellen Maßstab zu übertragen. VW will ab 2026 Lithium für seine Batteriezellenfertigung von Vulcan beziehen. Als weitere Abnehmer nennt Vulcan LG, Renault, Stellantis (Peugeot, Citroen, Opel, Fiat, Chrysler, Dodge und weitere).

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