Wirtschaft
Nissan Qashqai: Mehr Stirn- als Angriffsfläche
Von den beiden japanischen Nissan-SUV-Brüdern Qashqai und X-Trail ist der mit dem zweifachen Q im Namen mit 4,49 Metern der kürzere. Der Fünfsitzer bietet seinen Passagieren dennoch reichlich Platz und ein urlaubstaugliches Gepäckabteil.
Wie er aussieht
Wer einen Qashqai in freier Wildbahn erblickt, findet an seinem Blechkleid kaum Angriffsfläche. Um den in seiner heutigen Form im Frühjahr 2014 eingeführten Qashqai frisch zu halten, rückten die Nissan-Designer im Sommer 2017 zu einer Modellpflege an. Mehr als ein paar Stricheleien an Bug und Heck waren ihrer Ansicht nach nicht nötig, um die Beliebtheitswerte des Autos stabil zu halten. Mit über 19.000 neu zugelassenen Exemplaren von Januar bis November vergangenen Jahres führt das im englischen Sunderland gefertigte SUV die markeninterne Erfolgstabelle uneinholbar an: Mehr als die Hälfte aller Nissan-Verkäufe verbucht es für sich, massentauglicher kann ein Auto also kaum sein.
Was er kann
Lange Etappen über Autobahn oder Landstraßen schmecken dem 1,7-Liter-Diesel in Verbindung mit der stufenlosen Automatik (Aufpreis: 1650 Euro) deutlich besser als kurvige Gebirgspässe. Je weniger es bergauf und bergab geht, desto souveräner spielt das CVT-Getriebe seine Stärken aus: den Diesel in der jeweils angemessenen Drehzahl möglichst sparsam arbeiten lassen. Mit einem höchsten Drehmoment von 340 Newtonmetern schlummern erstaunliche Kraftreserven unter der Haube, die der automatisch zuschaltende Allradantrieb wiederum ohne Murren auf die Straße bringt. Für den Hängerbetrieb weist Nissan eine Anhängelast von 2000 Kilogramm aus.
Wie’s innen zugeht
Klassische Rundinstrumente, dazwischen ein mehrzeiliger Bordcomputer – bei der Cockpitgestaltung setzt Nissan auf Bewährtes. Auf den Speichen des Lenkrads sind 17 Knöpfe untergebracht, unter anderem auch die Bedienung des Tempomats. Der Navigationsbildschirm reagiert auf Berührungen und sitzt unterhalb der Luftausströmer in der Mitte. Per USB-Kabel lässt sich ein Smartphone anschließen, der Qashqai beherrscht sowohl Android Auto als auch Apple Carplay.
Die recht breit geratene Mittelkonsole hält Fahrer und Beifahrer auf Distanz. Dennoch können sich beide über vergleichsweise viel Bewegungsspielraum freuen – sowohl nach oben als auch zu den Seiten hin. Auf der Rückbank sitzen die äußeren Passagiere nachvollziehbar etwas komfortabler als die Person auf dem Mittelsitz.
Das Gepäckabteil darf mit einem Fassungsvermögen von 430 Litern als sehr wohl reisetauglich bezeichnet werden.
Was er kostet und verbraucht
Werbewirksam lockt Nissan mit einem Einstiegspreis von 21.790 Euro für einen handgeschalteten 140-PS-Benziner und Frontantrieb in Visia-Ausstattung. Der von uns bewegte stärkste Diesel mit Allrad und CVT-Getriebe in Tekna-Ausstattung macht einen Preissprung auf 38.710 Euro. Mit ein paar weiteren Extras nimmt er sogar die 40 000-Euro-Hürde.
Für den ermittelten Testverbrauch von 7,4 Litern pro 100 Kilometer dürfte angesichts des gemäßigten Reisetempos die für SUVs typische große Stirnfläche verantwortlich sein.
Aus unserem Testtagebuch
Ein doppelter Ladeboden bietet bekanntlich den Vorteil, den Kofferraum auf unterschiedliche Art und Weise zu nutzen. Im Falle unseres Testwagen gelang es allerdings nicht, die beiden Bodenteile im versenkten Zustand mitzuführen, weshalb sie kurzerhand in der Garage abgestellt wurden.
Plus und Minus
Gefälliges Äußeres; geräumiges Inneres. – Recht hoher Verbrauch; doppelter Ladeboden nicht gut durchdacht.
Autogramm
Nissan Qashqai 1.7 dCI Xtronic 4x4i Tekna
Typ: Kompakt-SUV; Preis: 38.710 Euro; Länge: 4,39 Meter; Breite: 1,81 Meter; Höhe: 1,63 Meter; Radstand: 2,64 Meter; Leergewicht: 1655 kg; Zuladung: 455 kg; Kofferraum: 430 Liter; Sitze: fünf; Motor: Diesel-Vierzylinder; Hubraum: 1749 ccm; Leistung: 150 PS/110 kW bei 3500 U/min; max. Drehmoment: 340 Newtonmeter bei 1750 U/min; Getriebe: Stufenlose Automatik (CVT); Spitze: 193 km/h; 0 auf 100 km/h: 11,2 Sekunden; Normverbrauch: 5,8 Liter Diesel; CO2-Ausstoß: 154 Gramm/km; Testverbrauch: 7,4 Liter.