Wirtschaft
Neuer Mitsubishi: Mit untrüglichem Sinn fürs Grobe
Sie sind ein bisschen in Mode gekommen, aber für Lifestyle oder Glamour-Faktor mögen sich andere Pick-ups zuständig fühlen: Der Mitsubishi L200 versteht sich im ursprünglichen Sinn als Profi für Aufgaben aller Art – auch abseits des Asphalts.
Außen
Beim L200 ist jetzt eine stärkere Verwandtschaft zu seinen im Pkw-Bereich angesiedelten Brüdern ASX, Eclipse Cross und Outlander erkennbar. Die kantigere Motorhaube wurde um vier Zentimeter angehoben. Das dient der besseren Übersichtlichkeit nach vorn und sorgt für einen bulligeren Auftritt des Pick-ups, der gegen Mitbewerber à la Ford Ranger, Nissan Navara oder Volkswagen Amarok antritt. Angeboten wird der in Thailand produzierte Pick-up als 5,22 Meter langer ClubCab mit gegenläufig öffnenden Türen, zwei Notsitzen hinten und einer 1,85 Meter langen Ladefläche, oder er wartet als 5,31 Meter klassischer Viertürer mit einer fünfsitzigen Doppelkabine auf, was nur eine Ladeflächenlänge von 1,52 Meter zulässt. Die maximale Ladebreite beträgt 1,47 Meter.
Innen
Im leicht überarbeiteten Innenraum wähnt man sich trotz reichlich verwendetem Hartkunststoff eher in einem Pkw als in einem Nutzfahrzeug. Alle Materialien wirken ordentlich verarbeitet, die neu gestalteten Sitze sind bequem. Es gibt zusätzliche Ablagen, Smartphone-Anbindung und mehrere USB-Anschlüsse. In den besseren Ausstattungen halten jetzt elektronische Helfer wie Fernlicht-, Totwinkel-, Spurhalte- und Ausparkassistent Einzug.
Fähigkeiten
Das überarbeitete Fahrwerk hat weiterhin einen stabilen Leiterrahmen mit Blattfedern an der hinteren Starrachse, so dass eine hohe Zuladung bis zu einer Tonne möglich ist. Mit Anhängerkupplung dürfen bis zu 3,1 Tonnen an den Haken genommen werden. Der bisher in zwei Leistungsstufen angebotene 2,4-Liter-Diesel wurde durch einen neuen 2,2-Liter-Turbodiesel mit 150 PS/110 kW ersetzt, mit dem der L200 sich zunächst etwas behäbig, dann aber mit Schmackes in Bewegung setzt. Jener deutlich vernehmbare Motor stammt aus dem Eclipse Cross, wobei er natürlich für den Lastesel neu abgestimmt wurde und so das maximale Drehmoment mit 400 Newtonmetern höher ausfällt. Die aktuelle Abgasnorm Euro 6d-Temp erfüllen die Techniker mit Hilfe von SCR-Katalysator und Adblue-Einspritzung.
Getriebe/Antrieb
Grundsätzlich finden die Schaltvorgänge in der ClubCab-Version per Hand statt. Für die Doppelkabine steht gegen 1900 Euro Aufpreis eine neue Sechsstufen-Wandlerautomatik zur Wahl.
Auch in der sechsten Generation leistet sich der L200, der selbst schweres Gelände nicht zu scheuen braucht, wieder zwei verschiedene Allradsysteme. Bei der Basisversion kann der kupplungsgesteuerte Allradantrieb bis Tempo 100 von Hand zugeschaltet werden. Für die beiden höheren Ausstattungen kommt ein differenzialgesteuerter permanenter Allradantrieb mit sperrbarem Mittendifferenzial und Geländeuntersetzung zum Einsatz. Erstmals sind vier verschiedene Offroad-Programme für Sand, Schotter, Schnee oder felsigen Untergrund anwählbar, mit denen Bremskraft, Drehmoment, Schlupf und Motorleistung reguliert werden. Eine 100-Prozent-Sperre für die Hinterachse ist bei beiden Systemen serienmäßig. Neu gesellt sich die Bergabfahrhilfe hinzu, die außer in der Basisversion immer an Bord ist. Sie ermöglicht steilste Abfahrten, ohne dass die Bremse betätigt werden muss.
Plus und Minus
Cockpit mit Pkw-Komfort; echter Allradler mit Geländeuntersetzung. – Nur noch eine Motorisierung; Einzelkabine nicht mehr erhältlich.
Autogramm
Mitsubishi L200 Doppelkabine
Typ: Pick-up; Preis: 31.490 Euro; Länge: 5,31 Meter; Breite: 1,82 Meter; Höhe: 1,78 Meter; Radstand: 3,00 Meter; Leergewicht: 2069 Kilogramm; Zuladung: 1016 Kilogramm; Tankinhalt: 75 Liter; Ladepritsche: 1,52 x 1,47 Meter; Sitze: fünf; Motor: Diesel-Vierzylinder; Hubraum: 2268 Kubikzentimeter; Leistung: 150 PS/110 kW bei 3500 U/min; Drehmoment: 400 Newtonmeter bei 1750 U/min; Getriebe: Sechsgang-Schaltung; Spitze: 174 km/h; 0 auf 100 km/h: 12,4 Sekunden; Normverbrauch: 7,5 Liter Diesel, CO2-Ausstoß: 198 Gramm/km, Abgasnorm: Euro 6d Temp.