Kommentar
Neue Kaufhof-Investoren: Es bleibt schwierig
Mit Richard Baker und Bernd Beetz hat Galeria-Insolvenzverwalter Stefan Denkhaus Investoren für die angeschlagene Warenhauskette Galeria Karstadt-Kaufhof gefunden, die langjährige Erfahrungen als Konzernlenker und Branchenkenntnisse im Handel besitzen. Das unterscheidet sie wohltuend vom bisherigen Eigner, dem grandios gescheiterten Immobilienmogul René Benko, dem inzwischen auch das Etikett „Blender“ am Revers heftet.
Doch, ob dies reichen wird, den Karren Galeria im dritten Anlauf wirklich aus dem Dreck zu ziehen und dem Unternehmen eine dauerhafte Zukunft zu sichern, darf angezweifelt werden. Über seine Investmentgesellschaft NRDC ist Baker auch Mehrheitseigner des kanadischen Handelskonzerns Hudson’s Bay Company (HBC). Doch als Nachfolger des Metro-Konzerns waren die Kanadier mit Kaufhof gescheitert – wohl auch, weil sie nur wenig Ahnung vom europäischen Handelsgeschäft hatten und nicht ausdauernd waren. Und Chef des Kaufhof-Aufsichtsrats war damals der Unternehmer und heutige Waldhof-Präsident Bernd Beetz.
Von Metro, über HBC, Nicolas Berggruen, Thomas Middelhoff und zuletzt Signa-Chef Benko: Schon viele haben sich bei Karstadt-Kaufhof vergriffen und statt ins (digitale) Handelsgeschäft, die Filialen, in Ausstattung und Angebot zu investieren, Geld mit fragwürdigen Immobiliendeals gescheffelt. Diese hängen einigen Häusern immer noch wie ein Mühlstein um den Hals. Gerade jenen im Besitz der insolventen Signa, die sehr hohe Mieten zahlen müssen. Gelingt es nicht, diese deutlich zu reduzieren, wird es mit dem Galeria-Neustart schwierig, aber nicht unmöglich. Immer vorausgesetzt, Baker und Beetz denken sehr langfristig und bringen viel Geld sowie zukunftsträchtige Konzepte mit.