Wirtschaft Meldungsmarkt: Fehlendes Bauteil stoppt Produktion bei BMW in Leipzig

Ein fehlendes Bauteil zwingt BMW zum teilweisen Stopp der Produktion im wichtigen Werk Leipzig. Wie ein Sprecher des Autobauers gestern sagte, soll die Fertigung von zwei Fahrzeug-Modellen an dem sächsischen Standort am heutigen Montag stillstehen. „Wir haben Probleme mit der Logistik. Es fehlt ein Teil.“ Schon am vergangenen Dienstag und Mittwoch war es bei BMW in München zu einem eingeschränkten Betrieb gekommen, mehrere Schichten fielen aus. Der Konzernsprecher äußerte sich zuversichtlich, dass ab morgen wieder an allen Bändern gearbeitet werden könne. „Wir haben eine Task Force (Sondergruppe) gebildet, die versucht, den Engpass schnellstmöglich zu beheben“, hieß es. Nach Informationen von „Focus Online“ soll die Versorgung bei einem Unternehmen aus Italien stocken, das BMW mit Lenkgetrieben beliefert. Ungemach gibt es für BMW derzeit auch in den USA. Dort müssen mehr als 45.000 Autos repariert werden, weil sich Türen während der Fahrt öffnen könnten. Der Rückruf bezieht sich auf ältere Fahrzeuge der 7er Reihe aus den Modelljahrgängen 2005 bis 2008, wie die US-Verkehrsaufsicht NHTSA mitteilte. Nach Auskunft von BMW beschränkt sich das Problem auf Wagen in den USA. Die Imagewerte von Volkswagen in Deutschland sind durch den Diesel-Skandal dramatisch gesunken. Das geht laut „Bild am Sonntag“ aus einer konzerninternen Studie mit dem Titel „Why-Not VW“ hervor. Demnach lagen die Zahlen für die Marke VW vor Beginn der Affäre etwa auf dem Niveau von BMW, Mercedes und Audi. Im vierten Quartal 2016, gut ein Jahr nach Bekanntwerden der Abgas-Manipulationen, fielen sie auf den schlechtesten Wert seit Krisenbeginn, hinter Toyota und Hyundai. Beim Image rangiert VW demnach nur noch knapp vor dem Rivalen Opel. Auch die aktuellen Zahlen von 2017 fallen nicht besser aus. Die italienische Fluggesellschaft Alitalia hat gestern wegen eines Streiks 200 In -und Auslandsflüge abgesagt. Für 80 Prozent der betroffenen Fluggäste seien bereits Ausweichmöglichkeiten gefunden, teilte Alitalia am Vormittag mit. Das Personal streikt gegen einen Sanierungsplan für die defizitäre Fluggesellschaft, der die Streichung von 1700 Stellen vorsieht. Derzeit läuft eine zweieinhalbwöchige Frist, in der sich Kaufinteressenten für die Alitalia zu Wort melden sollen. Interessensbekundungen werden bis zum 5. Juni entgegengenommen. Möglich ist etwa eine Übernahme der Fluggesellschaft als Ganzes oder von Teilen, aber auch eine finanzielle oder wirtschaftliche Restrukturierung. Der Rettungsvorschlag kann von einzelnen Unternehmen vorgelegt werden, aber auch von mehreren gemeinsam. Die Banken Unicredit und Intesa Sanpaolo, die an Alitalia beteiligt sind, lehnten bereits ab. 49 Prozent von Alitalia hält derzeit die Golf-Airline Etihad. Die italienische Regierung favorisiert eine Komplettübernahme und hält mit einem Überbrückungskredit in Höhe von 600 Millionen Euro den Flugverkehr für sechs Monate aufrecht. Die Fluggesellschaft schreibt seit Jahren Verluste. Sie hat vor allem mit der Konkurrenz durch Billigflieger wie Ryanair und Easyjet zu kämpfen. Am Mittwoch wurde ein Plan veröffentlicht, nach dem für rund 1350 der 12.500 Beschäftigten von Alitalia Kurzarbeit angeordnet werden soll.