Bruttoinlandsprodukt Leichtes Wachstum für deutsche Wirtschaft

Leichter Hoffnungsschimmer am Konjunkturhorizont.
Leichter Hoffnungsschimmer am Konjunkturhorizont.

Omikron-Welle, Ukraine-Krieg, Preis-Schock – in Zeiten wie diesen ist es immerhin eine gute Nachricht, dass die deutsche Wirtschaft zu Jahresbeginn mit 0,2 Prozent zum Vorquartal zumindest leicht gewachsen ist.

Das befürchtete zweite Minusquartal in Folge und damit eine sogenannte technische Rezession blieb aus. Dennoch: Der Jahresauftakt war schwach, der Krieg im Osten Europas und seine Folgen bremsen den erhofften kräftigen konjunkturellen Aufschwung nach der Erholung vom Pandemietief aus. Volkswirte halten die Gefahr einer Rezession nicht für gebannt.

War die Wirtschaftsleistung im Schlussquartal 2021 noch um 0,3 Prozent gesunken, profitierte das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) in den ersten drei Monaten des neuen Jahres von der Lockerung der Corona-Beschränkungen und leichten Zuwächsen bei der Industrieproduktion. Vor allem höhere Investitionen sorgten nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes vom Freitag für Wachstum, während der Außenbeitrag das Wirtschaftswachstum bremste.

Was gewesen wäre ...

„Das zeigt, was im Sommerhalbjahr ohne Putins Angriffskrieg möglich gewesen wäre“, analysierte Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. „Aber der Krieg verunsichert Unternehmen und Konsumenten massiv, treibt die Energiepreise nach oben und spricht zusammen mit der Null-Corona-Politik Chinas lediglich für eine Stagnation der deutschen Wirtschaft im zweiten Quartal.“

Hohe Energiepreise

Die wirtschaftlichen Folgen des Ukraine-Krieges potenzieren die Probleme, die Europas größte Volkswirtschaft schon zuvor belasteten: allen voran kräftig steigende Energiepreise sowie Lieferengpässe bei wichtigen Rohstoffen und Vorprodukten.

Stärkster Anstieg seit 1974

Im März lagen die Preise für nach Deutschland importierte Waren nach Berechnungen der Wiesbadener Statistiker um 31,2 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Es war der stärkste Anstieg seit September 1974. Aus dem Ausland eingekaufte Energie verteuerte sich binnen Jahresfrist um 160,5 Prozent. Erdgas (plus 304,3 Prozent), Steinkohle (plus 307 Prozent), Strom (plus 440,8 Prozent) – im Vergleich zum März 2021 explodierten die Preise für viele Importwaren geradezu. „Eine Rezession in diesem Jahr ist weiterhin möglich“, sagt Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der Union Investment.

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