Rüstungsindustrie Krieg schafft neue Absatzmärkte

Schützenpanzer der Bundeswehr vom Typ Puma.
Schützenpanzer der Bundeswehr vom Typ Puma.

Düsseldorf. Vor dem Hintergrund des Ukraine-Krieges und der geplanten Milliardeninvestitionen in die Bundeswehr wollen Deutschlands Rüstungskonzerne ihre Produktion erheblich ausweiten.

Die Düsseldorfer Firma Rheinmetall hat dem Bund eine Projektliste angeboten, die einen Umfang von 42 Milliarden Euro hat und Panzer, Munition, Militär-Lkw und andere Güter enthält. „Wir könnten sofort anfangen zu produzieren“, sagt Rheinmetall-Chef Armin Papperger. Die ersten Munitions-Chargen könnten in einem Jahr geliefert werden, Radpanzer in eineinhalb und Kettenpanzer in zwei Jahren. Neben neuem Gerät geht es auch um die Modernisierung von Bundeswehr-Fahrzeugen. Auch der Kleinwaffen-Hersteller Heckler & Koch, der Rüstungselektronik-Konzern Hensoldt und der Flugkörper-Fabrikant Diehl stellen sich auf mehr Geschäft ein. Der Panzerfaust-Hersteller Dynamit Nobel Defence dürfte ebenfalls viele Aufträge bekommen.

Vorläufigen Zahlen zufolge setzte Rheinmetall 2021 weltweit 5,66 Milliarden Euro um, ein Plus von 4,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Mit Blick auf den Ukraine-Effekt für die Verteidigungsgeschäfte seiner Firma sagt Vorstandschef Papperger: „Mittelfristig sehen wir in Deutschland ein jährliches Potenzial von bis zu 2 Milliarden Euro an zusätzlichem Umsatz, wenn die entsprechenden Beauftragungen erfolgen.“ Rheinmetall könne seine Werke vom aktuellen Ein- oder Zwei-Schicht-Betrieb auf einen durchgängigen Drei-Schicht-Betrieb inklusive Samstagsarbeit erweitern.

Neue Stellen für neue Aufträge

Das Personal müsste aber aufgestockt werden, und zwar um 1500 bis 3000 Mitarbeiter. Bisher arbeiten 8000 Beschäftigte im Inland im Sicherheitsbereich des Rüstungsunternehmens. Zudem könnte die Firma Werke im Ausland nutzen.

Die Bundesregierung hatte am Sonntag verkündet, dass sie der Bundeswehr einmalig 100 Milliarden Euro zur Verfügung stellen und jährlich mehr als 2 Prozent der Wirtschaftsleistung in sie investieren wolle.

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