Wirtschaft Kommentar: Zukunft völlig offen

Dass beim großen Stellenabbau bei GE in Mannheim keine Kündigungen nötig sind, ist für die Beschäftigten letztlich nur ein schwacher Trost.
Mehr als ein Jahr lang haben Arbeitnehmer und die Gewerkschaft IG Metall darum gekämpft, möglichst viele der mehr als 1000 Arbeitsplätze am Standort Mannheim sowie der 160 Stellen im saarländischen Bexbach zu erhalten. Doch all die Proteste und Verhandlungen, aber auch die vielen konstruktiven Vorschläge, wie die Betriebe rentabel weiter geführt werden könnten, haben nicht gefruchtet. Am Ende blieb GE bei seiner starren Haltung, die einstigen Produktionsperlen der Kraftwerksindustrie platt zu machen. Statt in die Standorte zu investieren, gibt GE rund eine halbe Milliarde Euro für den Stellenabbau und die Schließung aus. Und offen ist immer noch, was das große, künftig verwaiste Produktionsareal in Mannheim noch an Kosten verursacht. Verbunden war die Einigung im Februar noch mit der vagen Hoffnung, es würden sich noch Investoren finden, die bereit wären, die Fertigungsstätten weiter zu betreiben. Doch bislang gibt es keine engeren Kontakte. Und je mehr Zeit ins Land geht, desto blasser wird der Hoffnungsschimmer. Vermutlich war dies der Grund, weshalb sich überraschend viele der vom Stellenabbau in Mannheim betroffenen Mitarbeiter für einen raschen Wechsel in die Transfergesellschaft entschieden haben. Hier erhalten sie Weiterbildungsmöglichkeiten und die Chance, in eine neue Anstellung vermittelt zu werden. Dass mit der hohen Anzahl GE auf betriebsbedingte Kündigungen verzichtet, ist für die Betroffenen einerseits ein gutes Signal. Letztlich bleibt es aber ein schwacher Trost, denn ihren bisherigen Arbeitsplatz haben sie verloren. Und wann und wo es beruflich für sie weitergeht, ist derzeit offen.