Wirtschaft
Kommentar: Vorsicht, Falle bei BASF-Arbeitsplatzsicherung
Von Jürgen Eustachi
Die Corona-Pandemie hat das Potenzial, die bisher schwerste Krise seit Bestehen der Bundesrepublik auszulösen. In all den Jahren gingen schon sechs Rezessionen über das Land. Den stärksten Einbruch gab es mit einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um 5,6 Prozent im Jahr 2009. Dieses Mal könnte der Absturz doppelt so hart ausfallen. Zudem war die Krise vor elf Jahren eine rein wirtschaftliche. Trotz der Rezession waren Restaurants, Fitness-Studios, Vergnügungsparks, und Läden aller Art gut gefüllt. Das Handwerk lief. Es durfte gereist werden. Theater und Konzertsäle waren gut besucht und boten Abwechslung. Die Krise kam gar nicht so richtig bei den Menschen an.
Härter und existenzieller
Jetzt ist alles anders, härter, existenzieller. Es geht um Leben und Tod, um viele wirtschaftliche Existenzen. Die Corona-Krise trifft neben der Wirtschaft auch die Gesundheit und das Zusammenleben. Und doch werden richtige Lehren aus der vergangenen Weltwirtschaftskrise gezogen. Dazu zählen die massiven milliardenschweren Hilfsprogramme von Staaten und Zentralbanken.
Auf der Ebene der Unternehmen hilft ein fairer Umgang von Management und Belegschaft miteinander. Im Stammwerk der BASF war und ist dabei das Kernstück der Verzicht auf die harte Variante des Stellenabbaus: der Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen. Im Jahr 2009 sorgte die wiederholte Erwähnung einer Öffnungsklausel in der Standortvereinbarung für das Stammwerk durch den damaligen BASF-Chef Jürgen Hambrecht für Unruhe in der Belegschaft, weil dadurch betriebsbedingte Kündigungen in den Bereich des Möglichen rückten. Derzeit laufen Verhandlungen über eine neue Vereinbarung, die ab 2021 gelten soll: Vorsicht, Falle.