Wirtschaft Kommentar: Vorsicht, Datenkrake!

Wer mit Google Pay an der
Ladenkasse zahlt und dafür sein
Paypal-Konto nutzt, gibt seine Daten gleich mehrfach preis.
und Paypal wollen den Deutschen das Zahlen per Smartphone schmackhaft machen. Ihr Angebot ist interessant für Verbraucher, die die Geldbörse durch das Handy ersetzten möchten, um Zeit zu sparen – und deren eigene Bank noch keine Bezahl-App auf den Markt gebracht hat. Die oft als schwerfällig belächelten Sparkassen und Genossenschaftsbanken haben dies allerdings bereits getan, ebenso die Deutsche Bank. Einige andere Institute gingen schon im Juni eine Kooperation mit Google Pay ein, auch ihre Kunden brauchen das Bündnis mit Paypal nicht. Wer Paypal heute schon für den Online-Einkauf nutzt, wird dennoch darüber nachdenken, sich für Zahlungen im stationären Einzelhandel zusätzlich Google Pay aufs Handy zu laden. Schließlich hat sich das kalifornische Unternehmen in den bald 20 Jahren seit seiner Gründung als zuverlässiger Dienstleister erwiesen – in Deutschland ist der Service seit 2004 verfügbar. Zu bedenken ist allerdings: Wer mit Google Pay an der Ladenkasse zahlt und dafür sein Paypal-Konto nutzt, gibt seine Daten gleich mehrfach preis. Die Bezahl-App einer Bank hat den Vorteil, dass Informationen über Höhe, Ort und Zeitpunkt der Transaktion nur bei dem Geldhaus und dem Händler landen. Immerhin hat Google für seinen Bezahldienst eine Anleitung ins Internet gestellt, wie Verbraucher die gespeicherten Daten löschen oder deren Auswertung unterbinden können. Das ist allerdings mit Arbeit verbunden – die man sich auch sparen kann, indem man einfach auf die Bezahl-App der Hausbank zurückgreift. Auch, wenn man darauf noch ein wenig warten muss.