Wirtschaft Kommentar: Unübersichtliche Vielfalt

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Die Bahn will vielen verschiedenen Kundenwünschen gerecht werden. Dadurch wird ihr Preissystem allerdings auch immer komplizierter.

Das Desaster, dass die Deutsche Bahn (DB) 2003 mit ihrem Airline-inspirierten Preissystem erlebte, ist auch dem heutigen DB-Management immer noch als warnendes Beispiel in Erinnerung. Der Hauptfehler war damals, dass man versuchte, gerade den besten und überzeugtesten Kunden das wegzunehmen, worauf viele von ihnen besonderen Wert legten, nämlich mit der Bahncard 50 flexibel in jedem Zug zum halben Preis fahren zu können. Seitdem dies sichergestellt ist, hat sich gezeigt, dass viele andere Bahnkunden aber durchaus bereit sind, sich auf die Spielregeln eines Erlösmanagements einzulassen wie es in der Luftfahrt üblich ist. Das bedeutet vor allem extrem unterschiedliche Preise je nach Auslastung der Züge oder Flüge und die Möglichkeit, sich durch sehr frühzeitiges Buchen besonders günstige Preise zu sichern. Ein Extremfall sind in dieser Hinsicht die Sparpreis-Aktion-Tickets für 19,90 Euro. Sie haben diverse Nachteile. Dazu gehört, dass es keinerlei Stornierungsmöglichkeit gibt. Gerade für die Pfalz ärgerlich ist, dass sie nur in Fernzügen gelten. Aber in dem Marktsegment, in dem die Bahn nicht zuletzt mit Fernbussen und Billigfliegern konkurriert, sind offenbar viele Kunden bereit, diese Nachteile für einen sehr günstigen Preis in Kauf zu nehmen. Betriebswirtschaftlich lohnen sich diese Tickets für die DB trotz des sehr niedrigen Preises vor allem dann, wenn es ihr auf diese Weise gelingt, in den Zügen freie Kapazitäten besser auszulasten.

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