Wirtschaft Kommentar: Schwachstelle Information

Das Thema Lautsprecherdurchsagen an Bahnhöfen sorgt immer wieder für
Ärger – nicht nur, wenn andere Informationskanäle ausfallen.
Die Kundeninformation der Deutschen Bahn (DB) gibt immer wieder Anlass zum Ärger. Stehen alle Systeme zur Verfügung, findet man trotz der Mängel zwar meist irgendwo die Informationen, die man braucht. Fällt aber ein System komplett aus, ist es umso dringender, dass die funktionierenden Systeme optimal genutzt werden – also beispielsweise, dass der Lautsprecherhinweis auf die umgekehrte Wagenreihung eines ICE vor der Einfahrt des Zuges kommt, und nicht erst, wenn der ICE schon am Bahnsteig steht. Als tückisch erweist sich auch immer wieder die Automatisierung von Lautsprecherdurchsagen. Sie funktioniert in der Praxis oft nur dann, wenn alles fahrplanmäßig läuft. Wichtig sind solche Durchsagen aber besonders im Fall von Störungen und Änderungen. So wird beispielsweise gar nicht so selten in Neustadt vernünftigerweise eine verspätete S-Bahn aus Richtung Mannheim abweichend vom Regelfahrplan auf Gleis vier geleitet, damit die meist zahlreichen Umsteiger ihren Anschlusszug nach Landau auf kürzestem Weg erreichen können. So ist es auch leichter möglich, diesen Zug noch auf die Anschlussreisenden in die Südpfalz warten zu lassen. Als es noch Lautsprecherdurchsagen vor Ort gab, wurde gerade auf solche Anschlüsse gezielt hingewiesen. Heute nennt die automatisierte Lautsprecherdurchsage dagegen den wartenden Zug oft gar nicht mehr, sondern erst den viel später abfahrenden nächsten. In der Praxis funktionieren derartige Anschlüsse dann oft nur deswegen trotzdem, weil die meisten Umsteiger sich zum Glück besser auskennen als die automatisierte Lautsprecherstimme der Bahn.