Wirtschaft Kommentar: Nur erste Hürde genommen

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Das Ja der Banken ist nur ein erster Schritt auf einem langen Weg zur Warenhaus-Fusion. Es stehen noch schwierige Entscheidungen bevor.

Überraschend schnell haben die Banken einer Fusion der Warenhäuser Karstadt und Kaufhof zugestimmt. Die finanziell schwer angeschlagene Kaufhof-Mutter Hudson’s Bay Company (HBC) hat offenbar eine zweite Chance bekommen, den Milliarden-Kredit zu bedienen, den sie für den Kauf von 41 Kaufhof-Immobilien benötigte. Doch damit ist erst eine von vielen Hürden auf einem schwierigen Weg genommen. Die Zustimmung der Aufsichtsräte von HBC und der Karstadt-Mutter Signa vorausgesetzt, steht das Votum des Kartellamts aus. Dessen Chef Andreas Mundt hat schon eine aufwendige Prüfung angekündigt. Und in Sachen Sanierungstarifvertrag hat die Gewerkschaft Verdi ein Wörtchen mitzureden. Für die Existenz der Vertriebsform Warenhaus in Deutschland geht an einer Fusion kein Weg vorbei. Nur gemeinsam haben die Häuser Kraft und Größe, um in dem durch den Online-Handel noch schärfer gewordenen Wettbewerb zu bestehen. Schiere Größe allein aber reicht nicht: Notwendig sind weitere Investitionen in Konzepte, Ausstattung, Sortimente und vor allem: in das Online-Geschäft. Der Weg für beide wird steinig. Trifft doch ein gerade erst nach harter Sanierung genesener Karstadt auf einen Wettbewerber, den die Mutter durch Missmanagement und fragwürdige Immobiliendeals Richtung Pleite trieb. Das künftige Management wird deshalb zunächst versuchen, auch für Kaufhof einen Sanierungstarifvertrag zu erreichen, wie er für Karstadt noch bis April 2021 gilt. Die schwächsten Häuser werden wohl geschlossen, viele Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel. Dabei ist es nicht zwingend, dass es gerade Städte trifft, in denen Kaufhof und Karstadt quasi gegenüber liegen: an vielen Orten sind beide profitabel. Dass Karstadt in Leipzig vorm Aus steht, hat mit der Fusion nichts zu tun. Das Gebäude gehört einem Fonds, der den Mietzins saftig erhöht hat. Aber vielleicht springt ja Karstadt-Eigner Benko in die Bresche und kauft das Haus zurück?

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