Wirtschaft Kommentar: Liebelts Liste

Der Chef des BASF-Stammwerks, Uwe Liebelt, ist dabei, das
angeknackste Selbstbewusstsein
des Standorts wieder zu stärken.
Die Stimmung im BASF-Stammwerk hat sich gedreht. Vor einem Jahr waren viele Mitarbeiter noch besorgt über den schlechten Zustand von Fabriken und Infrastruktur. Nachdem Konzernchef Kurt Bock mit Blick auf die hohen Kosten der Energiewende in Deutschland vor sinkenden Investitionen und einem Substanzverlust der deutschen Chemie gewarnt hatte, fürchteten BASF-Mitarbeiter, dass davon auch das Stammwerk getroffen werden würde. Inzwischen ist es ruhig geworden. Zuletzt beschwerten sich nur noch einige der 8000 Mitarbeiter von Fremdfirmen, die auf dem Werksgelände im Einsatz sind, über ihre Arbeitsbedingungen. Uwe Liebelt, der das Ludwigshafener Stammwerk seit gut eineinhalb Jahren leitet, ist dabei, dem Herzstück des Chemiekonzerns ein neues Selbstbewusstsein zu geben. Auf seiner Liste stehen Investitionen in Substanzerhalt, in neue Anlagen und vor allem in die Digitalisierung, zum Beispiel in den neuen Supercomputer für die Forschung. Nach vielen Betriebsstörungen und dem tödlichen Explosionsunglück im vergangenen Jahr sowie den massiven technischen Problemen mit dem Milliardenprojekt zur Produktion der Chemikalie TDI will Liebelt das Stammwerk wieder an die Weltspitze der Chemie führen. Dabei wird zum Beispiel der Eigenanteil der BASF an Investitionsprojekten hochgefahren. Weniger Arbeiten werden fremdvergeben. Viele BASF-Mitarbeiter wissen es zu schätzen, dass der Werkleiter auf dem richtigen Weg ist. Eine stabile Beschäftigung durch Zukunftsinvestitionen fehlt allerdings im Weltspitze-Konzept.