Wirtschaft Kommentar: Kurt im Glück

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Von dem riesigen

Tauschgeschäft mit dem

russischen Gasriesen Gazprom

profitiert die BASF bisher nicht.

Der berühmteste Tauschhändler der Märchengeschichte heißt Hans. Er tauscht so lange, bis er nichts mehr hat und keine Last des Besitzes ihn mehr drückt. Dann ist Hans im Glück. BASF-Chef Kurt Bock steht nach dem milliardenschweren Tauschgeschäft mit dem russischen Gaskonzern Gazprom derzeit noch so ähnlich da. Im September 2015 gab die BASF ihren 50-prozentigen Anteil am Gashandels- und Gasspeichergeschäft an Gazprom ab. Zuvor hatten beide Konzerne die Aktivitäten gemeinsam betrieben. Im ersten Halbjahr 2015 brachten diese Geschäfte der BASF einen Umsatz von 7,2 Milliarden und einen Betriebsgewinn vor Abschreibungen von 260 Millionen Euro ein. Die BASF handelte sich durch den Tausch einen gut 25-prozentigen Anteil an zwei Blöcken in einem westsibirischen Förderfeld von Gazprom ein. Der Beginn der Förderung dort wurde wegen des Überangebots und Preisverfalls bei Erdgas aber mehrfach verschoben. Jetzt ist von 2020 die Rede. Wo aber kein Gas strömt und kein Kondensat fließt, da fließen auch keine Einnahmen. Die Erschließung zuvor nicht zugänglicher Öl- und Gasvorkommen aus Schiefergestein mit neuartigen Frackingtechniken in den USA hat die Märkte radikal verändert. Die USA sind vom Importeur zum Selbstversorger und Exporteur geworden. Die Preise sind drastisch gesunken. Und der Ausbau des Netzes von Terminals, die Gas verflüssigen, damit es per Schiff über die Weltmeere transportiert und am Zielort wieder regasifiziert werden kann, lässt die vorher getrennten Märkte Nordamerika, Europa und Asien zusammenwachsen. Auch der neue Wettbewerb drückt die Preise. Gleichzeitig sinkt aber die Gasförderung in Europa, während der Ausstieg aus der Atomenergie und die Drosselung der Kohleverstromung den Gasverbrauch steigern werden. Vielleicht geht in ein paar Jahren die Rechnung der BASF doch noch auf, den renditeschwachen Gashandel gegen gewinnbringende Gasförderung einzutauschen. Das wäre dann wohl Glück von der Art, wie Kurt Bock es sich wünscht.

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