Kommentar
Kommentar: Klimaschutzdiskussion wertet die Bahnbranche auf
In der Eisenbahnbranche sind bundesweit die Fachkräfte knapp. Teilweise wird das Problem durch Fehler in der Personalplanung verschärft. Schlagzeilen machte 2013 der Mangel an Fahrdienstleitern im Stellwerk des Mainzer Hauptbahnhofs, der zu erheblichen Einschränkungen des Zugverkehrs führte. Die damalige Befürchtung, dass sich derartige Fälle häufen würden, hat sich zwar zum Glück nicht bestätigt. Aber die Personaldecke bei der Deutschen Bahn (DB) ist immer noch so dünn, dass Ähnliches durchaus wieder passieren kann. Viel Ärger gab es im vergangenen April, als die wichtige Hauptstrecke von Frankfurt nach Mainz unterbrochen war, weil das Stellwerk in Rüsselsheim zeitweise nicht besetzt werden konnte. Auch Lokführer sind bundesweit knapp. Hier steht die DB allerdings in Rheinland-Pfalz derzeit besser da als mancher ihrer Wettbewerber. In der Südpfalz hatten Pendler lange Zeit unter den Folgen des Personalmangels bei der Karlsruher AVG zu leiden. Das zum französischen Transdev-Konzern gehörende Unternehmen Transregio musste wegen Lokführermangels den Fahrplan auf der linken Rheinstrecke von Mainz über Koblenz nach Köln ausdünnen. Für Bahnkunden ist es ein großer Ärgernis, dass deswegen kein Verlass mehr auf den gewohnten Rheinland-Pfalz-Takt-Standard ist.
DB Regio ist vergleichsweise beliebter Arbeitgeber
Dass die Situation in der Pfalz relativ günstig ist, liegt sicher auch daran, dass DB Regio aus guten Gründen gerade in der Rhein-Neckar-Region als vergleichsweise beliebter Arbeitgeber gilt. Die Bahnbranche kann generell auch von der verstärkten Klimaschutzdiskussion profitieren, die den Schienenverkehr als einen besonders wichtigen und zukunftsträchtigen Bereich erscheinen lässt. Wer hier arbeitet, kann bei allem Ärger im Alltag das Gefühl haben, dass er einer gesamtgesellschaftlich sehr sinnvollen Tätigkeit nachgeht, deren Bedeutung künftig noch weiter wachsen wird.