Wirtschaft Kommentar: Der Flügel-Flop

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Bahn-Fahrgäste haben wieder unter Problemen mit den „Desiro“-Triebwagen zu leiden. Skandalös ist die Nicht-Informationspolitik der Deutschen Bahn.

Dass Züge auf einem Teil ihres Laufwegs vereinigt fahren und dann geteilt werden, ist ein inzwischen weit verbreitetes Verfahren. Es erlaubt, zusätzliche Direktverbindungen anzubieten und vielen Fahrgästen ein Umsteigen zu ersparen. Auf den Strecken von München ins Bayerische Oberland fahren meist drei Züge nach Bayrischzell, Lenggries und Tegernsee vereinigt bis Holzkirchen. Auch auf diversen Linien in Franken (unter anderem von Nürnberg nach Hof und Bayreuth) ist diese Praxis seit Jahrzehnten bewährt. Im ICE-Verkehr gibt es dieses im Fachjargon als „Flügeln“ bezeichnete Verfahren auf den Linien von München nach Hamburg und Bremen sowie von Berlin ins Rhein/-Ruhr-Gebiet. Es erschien deshalb als kein besonderes Wagnis, dass der Pfälzer Nahverkehrs-Aufgabenträger für einen Teil der Züge im nachmittäglichen Berufsverkehr ab Karlsruhe in die Südpfalz einen Fahrplan mit einem Flügelzug bestellt hat, der direkte Verbindungen von Karlsruhe auf die Queichtalbahn bietet. Dass die Deutsche Bahn (DB) es offenbar wegen der Störanfälligkeit der „Desiro“-Triebwagen nicht schafft, diesen Fahrplan stabil zu fahren und deshalb nun das Flügeln teilweise aufgibt, ist alles andere als ein Ruhmesblatt. Noch sehr viel peinlicher ist, dass die DB offenbar meinte, dass sie schlechte Nachrichten besser für sich behalten sollte und es nicht für nötig hielt, die betroffenen Kunden über die Änderungen zu informieren.

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