Frankfurter Börsen-Info RHEINPFALZ Plus Artikel Keine Entspannung in Sicht

Analysten befürchten einen nervösen Schaukelkurs an den Börsen in den kommenden Wochen: Blick in den Handelssaal der Frankfurter
Analysten befürchten einen nervösen Schaukelkurs an den Börsen in den kommenden Wochen: Blick in den Handelssaal der Frankfurter Börse.

Die bisherigen Gewinnprognosen für die Dax-Konzerne sind womöglich zu optimistisch.

Erstmals seit Ausbruch der Corona-Pandemie kommen Wirtschaftskapitäne und Politiker aus aller Welt diese Woche wieder in Davos zusammen. Dass persönliche Treffen auch in großer Runde wieder möglich sind, ist allerdings die einzig positive Botschaft, die vom Weltwirtschaftsgipfel zu erwarten ist. Denn der Krieg zwischen Russland und der Ukraine ist auch dort das beherrschende Thema.

Wenig erbaulich dürfte auch der Ifo-Geschäftsklimaindex ausfallen, der am Montag Auskunft über die Stimmung in den deutschen Unternehmen gibt. Das Hautproblem liegt derzeit freilich in der Abarbeitung der Bestellungen: Angesichts der Staus vor chinesischen Containerhäfen werde es bei den Unternehmen noch länger „hätte, hätte Lieferkette“ heißen, unkt LBBW-Analyst Uwe Streich.

„Nervöse Schaukelbörse“

Die Commerzbank rechnet wegen der Lieferengpässe und der steigenden Produktionskosten damit, dass die Gewinne der im Deutschen Aktienindex (Dax) gelisteten Konzerne dieses Jahr um 5 Prozent sinken. Dies spreche für eine „anhaltende, nervöse Schaukelbörse“, schreibt Commerzbank-Analyst Andreas Hürkamp.

Auch die DZ Bank traut dem Dax 2022 nicht mehr viel zu: Zum Jahresende sieht sie den Leitindex bei 14.500 Punkten, bis Mitte 2023 erwartet sie immerhin eine Erholung auf 15.700 Zähler. Anfang Januar notierte das Kursbarometer zeitweise über 16.000 Punkten. Ob es in den kommenden Monaten überhaupt zu einer Erholung kommt, hängt nicht zuletzt davon ab, ob die russischen Gaslieferungen in die EU weiter fließen. „Ein plötzlicher Gasstopp“ sei in den aktuellen Kursen noch nicht eingepreist, so LBBW-Analyst Streich.

Lesen Sie auch: Meinung – Teuerung auf Rekordniveau: Zeit für starke Nerven

x