Wirtschaft Künstliche Intelligenz im Fokus

Messebesucher testen Teleobjektive des japanischen Unternehmens Canon auf der gestern gestarteten Fotografie-Branchenmesse Photo
Messebesucher testen Teleobjektive des japanischen Unternehmens Canon auf der gestern gestarteten Fotografie-Branchenmesse Photokina.

«Köln». Mit dem Trendthema Künstliche Intelligenz ist die weltgrößte Fotomesse Photokina gestern in Köln gestartet.

Zudem wollen mehrere Hersteller mit neuen spiegellosen Systemkameras punkten, die bei Auflösung und Bildqualität oder der Verschmelzung von Foto und Video neue Maßstäbe setzen könnten. Angesichts eines sich stark wandelnden Marktes verfolge die internationale Branchenschau diesmal ein verändertes Konzept, teilten Fotoindustrie-Verband (PIV) und Koelnmesse mit. Viele Anbieter werben mit den Möglichkeiten der Künstlichen Intelligenz (KI) für Berufs- und Hobbyfotografen. KI und die neuen Bildtechnologien führen aus Verbandssicht zu einer Reihe von Vorteilen. So könne etwa der Ort einer Aufnahme auch ohne GPS-Positionsdaten erkannt werden. Fehlende Bildbereiche würden ergänzt oder Verwacklungen herausgerechnet. Einsatzfelder seien auch Autoindustrie, Medizintechnik, Handel oder robotergestützte Produktion. Zudem gehörten den boomenden Fotodrohnen und Sofortbildkameras die Bühne auf der am Samstag endenden Branchenschau. Die Photokina will für die jüngere Zielgruppe attraktiver werden. Digitale Bildbearbeitung, Bewegtbild und mobile Bildkommunikation sollen stärker ins Blickfeld rücken. Diesmal erwartet die Messe 812 Aussteller aus 66 Ländern, 2016 waren es knapp 1000 Anbieter aus 40 Ländern. Die Fachmesse wird von sechs auf vier Tage verkürzt und statt wie bisher alle zwei Jahre künftig jährlich ausgerichtet. Die Umstellung ist auch eine Reaktion auf den Umbruch im Fotomarkt. Die Absätze für Digitalkameras werden laut Foto-Industrieverband in Deutschland 2018 weiter schrumpfen: Voraussichtlich werden 2,35 Millionen Kameras verkauft, ein Rückgang um 12 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Beim Wert werde mit einem Absinken um 9 Prozent auf 970 Millionen Euro gerechnet, erstmals weniger als 1 Milliarde Euro. Hier macht sich die starke Konkurrenz durch Smartphones bemerkbar. Der deutsche Kamerahersteller Leica verhilft dem legendären Sowjet-Apparat Zenit zu einem Comeback im Digitalzeitalter. Die neue Digitalkamera Zenit M, die auf der Photokina erstmals präsentiert wurde, verfüge über ein komplett in Russland hergestelltes Objektiv, werde aber von Leica in Deutschland zusammengebaut. Im Design orientiert sich die neue Zenit an ihren Vorgängern, die wiederum einst von Leica inspiriert waren. Das Zenit Objektiv stammt aus der Fabrik KMZ in Krasnogorsk bei Moskau, die zu Shvabe gehört. KMZ hatte bis 1986 knapp acht Millionen Kameras des Modells Zenit E gebaut. Nach dem Stopp der Serienproduktion vor mehr als 30 Jahren wurden die Kameras nur noch in begrenzter Zahl gebaut und die Produktion 2005 komplett eingestellt. Seither wurden in Krasnogorsk nur noch Objektive gefertigt. Die Zenit M soll ab Dezember in Europa zu haben sein.

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