Meinung
Impfen mit Höchstdruck
Die vordringlichste politische Aufgabe lautet derzeit: impfen und zwar so schnell und so viel wie möglich. Der Aufwand, der dafür betrieben werden sollte, kann kaum groß genug sein. Alles, was der Staat in die Beschleunigung der Impfkampagne steckt, zahlt sich nämlich vielfach aus.
Je schneller wir impfen, umso eher endet diese Pandemie. Je schneller wir impfen, umso weniger Menschen sterben an Covid-19, umso weniger Schwer- und Schwerstkranke müssen in die Krankenhäuser, umso früher werden wir Beschränkungen aufheben können, umso eher begrenzen wir die derzeit enormen wirtschaftlichen Schäden.
Die Impfkampagne läuft derzeit noch viel zu langsam. Hier muss erheblich nachgelegt werden. Da die Kampagne erst anläuft und die Impfkapazitäten noch nicht annähernd ausgelastet sind, darf erwartet werden, dass sie noch erheblich schneller wird. Allerdings sieht es derzeit so aus, als könnte ein Mangel an Impfstoff zur Bremse direkt beim Start werden.
Millionen Impfungen pro Woche nötig
Um die Dimension der Aufgabe zu verdeutlichen: Für eine Herdenimmunität – sagen wir von 65 Prozent der Bevölkerung – wären in Deutschland bei zwei Dosen pro Person rund 108 Millionen Impfungen nötig. Wenn dieses Ziel bis zum Herbst erreicht werden soll, dann bedeutet das fast drei Millionen Impfungen pro Woche. Derzeit sind wir bei 265.000.
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn rechnet mit der Lieferung von höchstens 15 Millionen Impfdosen von Biontech und Moderna bis Ende März. Für das oben aufgeführte Szenario wären bis Ende März aber 39 Millionen Dosen notwendig. Bis Jahresende erwartet Spahn zwar die Lieferung von 135 Millionen Dosen. Das würde theoretisch reichen für eine umfassende Impfkampagne noch in diesem Jahr. Aber wer zu langsam startet, muss später mehr Gas geben.