Wirtschaft Immer mehr Reisende lockt es aufs Wasser

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Einst waren Seereisen ein Privileg der Reichen und Mächtigen. Inzwischen sind Kreuzfahrten ein Ferienspaß für viele Bundesbürger. Auch im vorigen Jahr erzielten die Anbieter Buchungs- und Umsatzrekorde. Der Grund: immer mehr neue, attraktive Schiffe, relativ günstige Preise und viele Sonderangebote.

Mehr als 300 Kreuzfahrtdampfer kreuzen derzeit über die Weltmeere. Das Geschäft mit dem Urlaub auf dem Wasser wächst rund um den Globus seit Jahren rasant. Dafür sorgen auch die Deutschen: Allein 2016 buchten erstmals mehr als zwei Millionen Bundesbürger eine Hochseetour, gut 11 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Auch Flusskreuzfahrten bleiben beliebt: Die Anzahl der deutschen Gäste stieg binnen Jahresfrist um knapp 3 Prozent auf 435.000. Kreuzfahrten seien der Wachstumsmotor der Touristik, sagte Norbert Fiebig, Präsident des Deutschen Reiseverbands (DRV), auf der ITB in Berlin. Auch im schwierigen Geschäftsjahr 2016 sei das Interesse an Reisen auf Meeren und Flüssen ungebrochen gewesen. Mit gut 3,8 Milliarden Euro kämen 13 Prozent des Umsatzes der deutschen Reiseveranstalter aus dem Kreuzfahrtsegment, dem größten in Europa. Die Branche profitiert offenbar besonders davon, dass sich Reisende in Zeiten von Terrorgefahren auf dem Wasser sicherer fühlen als an Land und dafür auch einiges Geld ausgeben. Bei den Hochseetrips wuchs der Umsatz um fast 18 Prozent auf knapp 3,4 Milliarden Euro (ohne An- und Abreise zum Hafen). Im Schnitt bezahlten die Reisenden 1675 Euro für eine Reise, 95 Euro mehr als im Jahr zuvor. Dafür waren die Kreuzfahrer durchschnittlich knapp neun Tage unterwegs. Der Branchenverband CLIA Deutschland erwartet auch in diesem und im nächsten Jahr Wachstum. „Der Trend ist weiter sehr positiv, auch im ersten Quartal“, sagte Verbandschef Karl J. Pojer, Chef von Hapag Lloyd Cruises. Wegen der anhaltend starken Nachfrage sei kaum mit sinkenden Preisen zu rechnen. Kein Anbieter sei zudem an einem Preiskampf interessiert. Allerdings wächst das Angebot weiter stark. In diesem Jahr sollen zwölf neue Hochseeschiffe mit Platz für 28.000 Passagiere starten. Bis 2019 werden weltweit 44 neue Meeresgiganten mit zusammen 104.000 Betten vom Stapel laufen. Die Branche investiert dafür fast 24 Milliarden Euro. Bis 2026 sollen sogar fast 100 neue Kreuzfahrtschiffe mit einem Investitionsvolumen von 53 Milliarden Dollar (50,1 Mrd Euro) in Dienst gestellt werden. Damit wird die Auswahl noch größer und Schiffsreisen bleiben mutmaßlich erschwinglich, weil viele Anbieter mit Sonderangeboten locken, wenn früh gebucht wird oder Routen weniger stark gefragt sind. Wer zeitlich flexibel ist, sich umschaut und die Schnäppchen in den Tageszeitungen, in Reisebüros oder im Internet studiert, kann zum Beispiel siebentägige Rundfahrten im Mittelmeer auf Luxusschiffen mit Vollpension für unter 500 Euro buchen. Die Anreise zum Hafen und Landausflüge sind in den Tiefstpreisen aber meist nicht enthalten. Dafür fahren bei einigen Anbietern wie Costa und MSC Kinder in der Kabine der Eltern kostenlos mit. Auch für Familien mit Durchschnittseinkommen wird eine Seereise so finanzierbar. Am liebsten sind die Deutschen in Nordwest-Europa und auf der Ostsee unterwegs. Die Mittelmeer-Region hat an Beliebtheit weiter verloren. Die Fahrgebiete im Atlantik und rund um die Kanarischen Inseln belegen Rang drei in der Beliebtheitsskala, danach folgt Nordamerika mit der Karibik. Bei Flusskreuzfahrten haben die Anbieter leicht höhere Preise durchgesetzt. Im Schnitt kostete ein Flussreise 1030 Euro pro Person, 3 Euro mehr als ein Jahr zuvor. Der Umsatz kletterte um 3 Prozent auf knapp 449 Millionen Euro. Von früheren Rekorden ist die Branche noch ein Stück entfernt. Am liebsten sind die Deutschen auf heimischen Flüssen unterwegs: auf dem Rhein und der Donau. Beliebtester Strom im Ausland war lange der Nil. Das Geschäft in Ägypten erholt sich nach den dortigen Terroranschlägen nur langsam. Senioren:...

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