Wirtschaft
Hornbach-Geschäfte gedeihen
Für den Pfälzer Bau- und Gartenmarkt-Pionier läuft es in diesem Geschäftsjahr sehr gut. Starke Umsatzzuwächse und niedrigere Kosten sind die Gründe dafür, dass in jedem Quartal das Ergebnis gegenüber dem Vorjahr deutlich zulegte.
Neustadt/Bornheim Bescherung kurz vor dem Fest: Die Ertragslage der Hornbach-Gruppe – Bau- und Gartenmarktmarkt sowie Baustoff Union – hat sich nach dem dritten Quartal des am 29. Februar 2020 endenden Geschäftsjahres 2019/20 „signifikant verbessert“. In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres stieg der Nettoumsatz um 7,8 Prozent auf rund 3,75 Milliarden Euro sowie das um Sondereffekte bereinigte Betriebsegebnis (Ebit) um 59,6 Millionen Euro oder 33 Prozent auf rund 240,2 Millionen Euro. Unterm Strich verdiente der Konzern von März bis Ende November 156,1 Millionen Euro, knapp 28 Prozent mehr als im Geschäftsjahr zuvor. Allein im dritten Quartal hat sich das bereinigte Ebit mit 42 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahresquartal mehr als verdoppelt. Den größten Teil des Ergebniszuwachses steuerte mit 50 Millionen Euro das operative Geschäft bei, teilte Hornbach am Donnerstag mit. Der Rest resultiere aus der Erstanwendung einer neuen Leasingbilanzierung.
Auch wenn in den Märkten außerhalb des Heimatmarktes die flächenbereinigten Umsätze mit einem Plus von 8,1 Prozent (Vorjahr: plus 6,3) weiterhin stärker zulegen als in Deutschland (plus 6,2 Prozent, Vorjahr: plus 1,6 Prozent), ist Albrecht Hornbach, Vorstandschef der Hornbach Management AG positiv gestimmt: „Gerade in Deutschland haben wir in den ersten neun Monaten im Vergleich zum Vorjahr ordentlich Fahrt aufgenommen. Wir sind nicht nur deutlich näher an unsere hohen Wachstumsraten außerhalb Deutschlands herangerückt, sondern haben auch den Abstand zur Do-it-yourself-Branche vergrößert.“ Die Management AG ist die persönlich haftende Gesellschafterin der Hornbach Holding AG & Co. KGaA, die das operative Geschäft verantwortet.
Im dritten Quartal stieg das bereinigte Betriebsergebnis der Baumarkt AG, die europaweit 159 großflächige Märkte sowie Onlineshops in neun Ländern betreibt, im Vergleich zum Vorjahresquartal von 4 Millionen Euro auf gut 29 Millionen Euro, der Gewinn vor Steuern wuchs in der gleichen Zeit von 1,4 Millionen Euro auf rund 15 Millionen Euro. Im Dreivierteljahr 2019/20 stieg der Nettoumsatz um 7,5 Prozent auf 3,5 Milliarden Euro. Das bereinigte Betriebsergebnis legte um knapp 50 Prozent auf 200 Millionen Euro zu. Der Gewinn vor Steuern wuchs um knapp 27 Prozent auf 157 Millionen Euro.
Die Ertragsprognose fürs Gesamtjahr hat der Konzern angehoben – trotz möglicher Witterungsschwankungen sowie gesamtwirtschaftlichen Risiken im vierten Quartal. Der Konzern rechnet nun damit, dass das bereinigte Ebit im „unteren bis mittleren zweistelligen Prozentbereich“ zulegen wird. Zuvor war ein Zuwachs von „mehr als 20 Prozent“ prognostiziert worden. Im Geschäftsjahr 2018/19 lag das bereinigte Ebit bei 134,9 Millionen Euro.
Hatte die Ad-hoc-Meldung zum dritten Quartal die Anleger in Jubelstimmung versetzt und den Papieren der Baumarkt AG mit Sitz in Bornheim sowie der in Neustadt angesiedelten Holding massive Zuwächse beschert, verhielten sich die Anleger gestern eher zurückhaltend.
Zum Ende des Geschäftsjahres wird Wolfger Ketzler (62) auf eigenen Wunsch aus dem Vorstand der Baumarkt AG ausscheiden. Der Jurist wurde 2012 als Mitglied des Vorstands bestellt und verantwortete zuletzt die Ressorts Immobilien, Bau, Technischer Einkauf, Revision, Recht und Compliance. Zuvor war er von 2008 bis 2011 Mitglied des Aufsichtsrats der Hornbach Holding AG sowie der Hornbach Baumarkt AG. Mit dem Ausscheiden Ketzlers wird der Vorstand der Baumarkt AG von sieben auf sechs Mitglieder verkleinert.
Ende November beschäftigte Hornbach 21.465 Mitarbeiter, 410 mehr als zu Beginn des Geschäftsjahres. In Deutschland allerdings sank die Anzahl der Beschäftigten. In Deutschland waren Ende November 12.035 Mitarbeiter beschäftigt (März: 12.129), darunter 3142 (3215) in Rheinland-Pfalz und 2742 (2860) in der Pfalz.