Wirtschaft Henkel auf Rekordkurs
«Düsseldorf». Der Düsseldorfer Markenartikler Henkel profitiert von der Übernahme des US-Waschmittelherstellers Sun. Und auch das Klebstoffgeschäft floriert. Doch die Kosmetiksparte enttäuscht.
Dank des florierenden Klebstoffgeschäfts und milliardenschwerer Zukäufe im Waschmittelbereich hat der Konsumgüterkonzern Henkel im vergangenen Jahr beim Umsatz erstmals die 20-Milliarden-Euro-Schwelle übersprungen. Auch beim Gewinn erreichte der Hersteller von Persil, Schwarzkopf und Loctite (unter anderem industrielle Kleb- und Dichtstoffe) Bestmarken, wie der Dax-Konzern in Düsseldorf mitteilte. Einzig die Kosmetiksparte blieb unter den Erwartungen. Größter Wachstumstreiber bei dem Düsseldorfer Unternehmen waren die Zukäufe der vergangenen Jahre. 2016 hat Henkel für über 3 Milliarden Euro den US-Waschmittelhersteller Sun Products übernommen. Auch 2017 gingen die Düsseldorfer für 2 Milliarden auf Einkaufstour. Die Folge: Der Umsatz stieg 2017 um 7 Prozent auf gut 20 Milliarden Euro. Aus eigener Kraft – das heißt: ohne Berücksichtigung von Zukäufen – wuchs Henkel um gut 3 Prozent. Eine starke Nachfrage aus der Industrie kurbelte vor allem das Geschäft mit Klebstoffen an. Diese Sparte ist inzwischen für fast die Hälfte des Henkel-Geschäfts verantwortlich. Auch bei Wasch- und Reinigungsmitteln lief es weiter rund, woran nicht zuletzt die Traditionsmarke Persil einen großen Anteil hatte. Doch auch das Geschäft mit Spezialwaschmitteln wie Perwoll und WC-Reinigern wuchs kräftig. Einen Schönheitsfehler in der Bilanz stellt allerdings die Entwicklung der Kosmetiksparte dar. Hier habe das Wachstum unter den Erwartungen gelegen, räumte Henkel-Chef Hans van Bylen ein. Henkel litt erkennbar unter der Konkurrenz von Unilever, Procter & Gamble oder L`Oreal. Preisdruck und Verdrängungswettbewerb sorgten dafür, dass die Sparte am Jahresende nur ein Wachstum von gerade einmal 0,5 Prozent ausweisen konnte. Doch will Henkel die Scharte bereits in diesem Jahr wieder auswetzen und auch im Kosmetikbereich ein Wachstum von mindestens 2 Prozent erreichen. Deutliche Fortschritte erzielte der Markenartikler beim Ergebnis. Operativ verdiente Henkel 9 Prozent mehr als im Vorjahr. Unter dem Strich stieg der Gewinn auch dank der US-Steuerreform sogar um knapp 23 Prozent auf 2,5 Milliarden Euro. Davon sollen die Aktionäre profitieren: Sie sollen für das abgelaufene Jahr je Vorzugsaktie 1,79 (Vorjahr: 1,62) Euro und je Stammaktie 1,77 (1,60) Euro erhalten. 2018 will Henkel aus eigener Kraft beim Umsatz um 2 bis 4 Prozent zulegen. Auch die Gewinnmarge und der bereinigte Gewinn je Aktie sollen sich weiter verbessern.