Wirtschaft Geldpolitik steht im Mittelpunkt

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Die neue Woche wird bei Anlegern wohl mal wieder im Bann der Geldpolitik stehen. „Steigt die Europäische Zentralbank (EZB) allmählich aus ihren Anleihekäufen aus?“, fragt zum Beispiel die Commerzbank in ihrem Ausblick und gibt auch gleich die Antwort: „Ein klares Signal in diese Richtung oder gar einen Beschluss dürfte es am kommenden Donnerstag kaum geben. Aber EZB-Präsident Draghi wird wohl zumindest andeuten, dass die Käufe Anfang 2018 gedrosselt werden.“ Allerdings muss der Notenbanker dabei das ganze Instrumentarium seiner diplomatischen Kunst anwenden, denn gerade jetzt dürfte die EZB nicht daran interessiert sein, dass die Investoren die Ankündigungen der Notenbank so aufzufassen, dass dadurch die Gemeinschaftswährung Euro noch weiter gestärkt wird. Auch wenn es nicht das primäre Ziel der EZB ist, den Wechselkurs zu beeinflussen, die Euro-Stärke hat sie dennoch im Blick, denn je stärker der Wechselkurs gegenüber dem US-Dollar aufwertet, desto mehr wird davon auch die europäische Wirtschaft beeinträchtigt. Seit Jahresbeginn hat die Währung rund 13 Prozent auf aktuell knapp 1,19 Dollar zugelegt. Aber auch in den USA verfolgen die Börsianer die Auftritte zahlreicher führender US-Notenbanker in der neuen Woche mit Argusaugen. Von der Fed erwarten sie Signale zum Abbau der billionenschweren Wertpapierbestände und zum Zeitpunkt der nächsten Zinserhöhung. In den USA endet mit dem Feiertag „Labor Day“ heute die parlamentarische Sommerpause. Und dann müssen die Parlamentarier das Schuldenproblem lösen, denn spätestens am 1. Oktober muss der US-Kongress den Haushalt 2018 beschließen oder das bestehende Gesetz verlängern. Ende September, spätestens wohl Anfang Oktober könnte erneut die Schuldenobergrenze erreicht werden. US-Präsident Donald Trump hatte mit einem Regierungsstillstand gedroht, wenn das Parlament keine Mittel zum Bau der geplanten Mauer an der Grenze zu Mexiko freigibt. Für Börsianer noch unberechenbarer ist die Entwicklung des Streits zwischen den USA und Nordkorea. Daneben wird eine Vielzahl von Konjunkturdaten Investoren in der neuen Woche auf Trab halten. In Deutschland stehen unter anderem das Barometer für die Stimmung der Einkaufsmanager (morgen), die Auftragseingänge der Industrie (Mittwoch) und die Industrieproduktion (Donnerstag) auf dem Terminplan. Auf europäischer Ebene erwarten Börsianer Zahlen zu den Einzelhandelsumsätzen (morgen). In den USA werden morgen die Auftragseingänge für langlebige Güter veröffentlicht.

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