Wirtschaft Future Mobility Corporation: Konkurrenz für Tesla?

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Das chinesische Gründerunternehmen Future Mobility Corporation (FMC) spuckt mit seinem zweiten Elektroauto große Töne. Wächst da ein Tesla-Konkurrent heran? Einiges spricht dafür.

Auf den ersten Blick wirkt der K-Byte wie eine lang gestreckte Limousine, wie sie andere Autohersteller auch auf dem Markt haben: ein fast fünf Meter langes Gefährt in einem eher unaufgeregten Design. Doch ein genauer Blick zeigt, dass sich der Byton des chinesischen Unternehmens sehr wohl von einer konventionellen Limousine unterscheidet. Anstelle der Außenspiegel sind Kameras installiert. Türöffner fehlen. Stattdessen soll das Auto seinen Eigentümer per Kamera und Gesichtserkennungssoftware ausmachen. Lärm macht das vollständig elektrisch betriebene Auto keinen. Bis zu 520 Kilometer soll die Batterie durchhalten können. In 20 Minuten soll der Akku per Schnelllader halb voll sein, in 30 Minuten sogar zu 80 Prozent. Noch ist der K-Byte eine Studie, die das Unternehmen auf der Unterhaltungselektronikmesse CES Asia in Schanghai vorgestellt hat. Doch wie schon das erste Modell – das SUV M-Byte, das der chinesische Autohersteller Anfang des Jahres auf der CES in Las Vegas als Prototypen vorgestellt hatte – sorgt auch der K-Byte in der Branche für Aufsehen. Das liegt an den lauten Tönen, die das neue Unternehmen spuckt: So will die Future Mobility Corporation rasch auf eine Jahresproduktion von 300.000 Fahrzeugen kommen. Zum Vergleich: Tesla hat im ersten Quartal 2018 gerade einmal 35.000 Fahrzeuge produziert. FMC ist in China keineswegs allein – es vergeht kaum ein Monat, in dem nicht ein neuer Anbieter für Elektroautos auf dem größten Automarkt der Welt die Bühne betritt. Sie heißen Nio, Thunder Power, Lucid Motors, Faraday Future, WM. Doch dem erst 2016 gegründeten Unternehmen FMC werden die größten Chancen eingeräumt, auch weltweit Anerkennung zu finden. Ein Hauptgrund: FMC wird von den beiden einstigen BMW-Topmanagern Carsten Breitfeld und Daniel Kirchert geleitet. Breitfeld hatte für die Bayern den Hybridsportwagen i8 entwickelt, Kirchert das Joint Venture von BMW mit dem chinesischen Autokonzern Brilliance aufgebaut. Sie haben ein Team aus Managern, Designern, Ingenieuren und Softwareentwicklern weiterer namhafter Konzerne aus aller Welt zusammengestellt, darunter ehemalige Mitarbeiter von Tesla, Google und eben BMW. Ein ehemaliger Apple-Manager leitet bei FMC nun den Bereich Unterhaltungselektronik. Das Design wiederum kommt aus einem Designstudio in Ismaning bei München, Bosch liefert die Antriebsstränge. Für die digitalen Konzepte hat FMC ein Entwicklungsbüro im Silicon Valley beauftragt. Die Technik fürs autonome Fahren kommt von Aurora, dem Start-up des ehemaligen Chefentwicklers des Google-Car-Programms. Der M-Byte wird in einem ersten Schritt zwar nur die Autonomiestufe 3 erreichen, also teilautonomes Fahren. Per Soft- und Hardware-Update sei die nächste Stufe aber rasch und kostengünstig nachrüstbar, verspricht das Unternehmen. Der K-Byte soll von vornherein mit Autonomielevel 4 geliefert werden. Pedale sind nur noch vorhanden, falls man doch noch mal selbst Gas geben möchte. Ende 2019 soll die SUV-Variante auf den chinesischen Markt kommen, ein Jahr später dann auch in Europa. Die Limousinenversion soll ab 2021 folgen. Das mag ambitioniert klingen. Doch der Hersteller kann mit großzügiger Unterstützung rechnen. An FMC ist First Automotive Works beteiligt, Chinas wichtigster Autobauer, der unmittelbar der chinesischen Zentralregierung unterstellt ist. Doch auch die chinesischen Internetkonzerne investieren kräftig. FMC hat den IT-Giganten Tencent an seiner Seite. Punkten will das chinesische Unternehmen auch mit dem Preis. Der Elektro-SUV soll rund 43.000 Euro kosten, die Limousine K-Byte leicht darüber. Das vergleichbare Tesla Model S beginnt als Basisversion bei rund 76.000 Euro. Anders als Tesla will Byton von Beginn an in die Massenproduktion einsteigen. Die Frage ist: Reichen finanzkräftige Investoren im Rücken und Manager aus dem Westen aus, um zu bestehen – auch gegen Mercedes-Benz, BMW oder Audi? FMC-Präsident Kirchert spricht in einem Interview mit der „Wirtschaftswoche“ von Versäumnissen der deutschen Hersteller. Batterietechnologie sei „hochkomplex“ und habe mit der traditionellen Automobilindustrie nur noch wenig zu tun, so Kirchert. Fünf bis zehn Jahre müsse ein Unternehmen hier in Vorleistung gehen, chinesische Batteriehersteller wie BYD und CATL hätten so lange gebraucht. „Jetzt sind sie führend.“

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