Diesel-Skandal Früherer Audi-Manager will Aussage machen

Wolfgang Hatz
Wolfgang Hatz

Der am kommenden Mittwoch vor dem Landgericht Münchenbeginnende Betrugsprozess gegen den früheren Audi-Chef Rupert Stadler verspricht Spannung.

Der mitangeklagte frühere Porsche-Vorstand und Audi-Manager Wolfgang Hatz hat angekündigt, umfassend aussagen zu wollen. „Herr Hatz wird sich selbst ausführlich zu den Vorwürfen äußern“, sagte sein Verteidiger Gerson Trüg der „Automobilwoche“.

Hatz war Chef der Motorenentwicklung bei Audi, danach bei Volkswagen und leitete bis zum Auffliegen des Dieselskandals 2015 die technische Entwicklung bei Porsche. Die Anklage wirft ihm und zwei mitangeklagten Ingenieuren vor, große Dreiliter-Motoren mit einer illegalen Abschaltfunktion entwickelt zu haben. Damit hielten die Motoren die Abgas-Grenzwerte auf dem Prüfstand ein, aber nicht auf der Straße. Rund 400.000 mit diesen Motoren ausgestattete Autos von Audi, Porsche und VW seien in Europa und den USA verkauft worden.

Hatz hatte ab September 2017 neun Monate lang in Untersuchungshaft gesessen. Er weist die Vorwürfe gegen sich zurück. Sein Verteidiger sagte: „An unserer Linie wird sich nichts ändern. Ich werde ein Opening Statement abgeben.“ In der Verhandlung werde er Hatz zusammen mit seinem Kollegen Jörg Habetha verteidigen.

Die beiden angeklagten Ingenieure sind laut Staatsanwaltschaft ganz oder überwiegend geständig. Dem prominentesten der vier Angeklagten, dem langjährigen Audi-Chef Rupert Stadler, wirft die Anklage vor, er habe spätestens nach der Aufdeckung des Skandals in den USA im September 2015 von den manipulierten Audi-Motoren gewusst, den Verkauf aber nicht gestoppt.

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