Hohe Kante RHEINPFALZ Plus Artikel Finanzkolumne: Mobil bezahlen

Hartmut Walz ist Professor für Bankbetriebslehre an der Hochschule Ludwigshafen.
Hartmut Walz ist Professor für Bankbetriebslehre an der Hochschule Ludwigshafen.

Wer mit dem Handy bezahlt, gibt auch seine persönlichen Daten preis, sagt unser Experte.

„Meine Enkelin bezahlt oft mit dem Handy an der Kasse. Ich möchte das auch gerne mal ausprobieren, habe aber Bedenken wegen Sicherheit und Datenschutz. Wie sehen Sie das?“

Neben Google und Apple bieten unter anderem auch Sparkassen sowie Volks- und Raiffeisenbanken mobiles Bezahlen an. In der App hinterlegt man die Daten der Kredit- beziehungsweise Girokarte. Man hält das Handy ans Terminal und bestätigt die Zahlung per Fingerabdruck oder mit einer PIN (ab 25 Euro). Die Daten werden über den Funkstandard NFC (Near Field Communication) übertragen. Als zusätzliche Sicherheitsfunktion werden statt der Kartendaten Tokens, eine Zahlenkombination, ans Terminal übermittelt. Man kann also von einem sicheren Bezahlverfahren sprechen.

Was den Datenschutz angeht, ist Apple Google klar überlegen. Denn während der bei der Zahlung generierte Schlüssel von Apple nur im Smartphone gespeichert wird, werden die Daten bei Google auf Servern abgelegt. Konkret bedeutet das, dass Apple keinen Zugriff auf die Daten hat und somit auch nicht weiß, wie viel ein Kunde ausgibt, wo er einkauft und was er aufs Band legt. Letzteres erfährt Google zwar auch nicht, wohl aber werden Daten gespeichert, die auch Zahlungsort und Summe enthalten. In der Datenschutzerklärung weist Google explizit darauf hin, dass diese auch genutzt werden. Und zu guter Letzt: Wenn immer weniger Menschen die Infrastruktur des Barzahlens wie etwa Geldautomaten nutzen, dann müssen wir uns nicht wundern, wenn Bargeld verdrängt wird.

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