Reise-Tipp RHEINPFALZ Plus Artikel Feriendomizile, die es gar nicht gibt

Dürften in diesem Sommer besonders gefragt sein: Ferienwohnungen oder Ferienhäuser – wie hier in den Dünen auf der Halbinsel Fis
Dürften in diesem Sommer besonders gefragt sein: Ferienwohnungen oder Ferienhäuser – wie hier in den Dünen auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst an der Ostseeküste.

Reise-Tipp: Ferienwohnungen oder Ferienhäuser dürften in diesem Sommer corona-bedingt besonders gefragt sein. Das machen sich vermehrt Kriminelle zunutze, die Urlauber mit einer besonders miesen Masche um ihr Geld bringen.

Bei aller Eile kurz vor den Sommerferien – leichtsinnig sollte niemand buchen. Die Betrüger werben mit Feriendomizilen, die es in Wirklichkeit gar nicht gibt oder die sie gar nicht vermieten. Das Phänomen ist schon länger bekannt, aber in diesem Jahr könnten manche Reiselustige, statt eine Pauschalreise zu buchen, auf eine Ferienwohnung oder ein Ferienhaus umschwenken, vermuten die Verbraucherzentrale und das Landeskriminalamt (LKA) Rheinland-Pfalz in einer gemeinsamen Mitteilung. Und deshalb könnte die Anzahl gefälschter Angebote deutlich steigen.

Preise vergleichen: „Grundsätzlich kann jeder Urlauber zum Betrugsopfer werden. Ob die Anzeige für eine Ferienwohnung unseriös oder betrügerisch ist, lässt sich auf den ersten Blick nicht erkennen“, sagt Jennifer Kaiser, Rechtsexpertin der Verbraucherzentrale. Stutzig machen sollten Angebote, die preislich extrem günstig sind und für die eine genaue Adressenangabe fehlt. „Ein Vergleich mit anderen Angeboten in der Gegend gibt Aufschluss darüber, ob der Preis realistisch sein kann“, so die Verbraucherschützerin. Auch bei vertrauenswürdig erscheinenden Vermietern sollte außerdem nur gebucht werden, wenn eine Beschreibung der Unterkunft mit Details zur Ausstattung vorliegt – „also nicht nur die Anzahl der Zimmer und Betten“, rät Rechtsexpertin Jennifer Kaiser.

Vorsicht Last-Minute: Nach Erfahrungen des Deutschen Ferienhausverbandes nutzen Fake-Betrüger vor allem die Last-Minute-Saison, um mit unschlagbar günstigen Mietpreisen ihre Opfer anzulocken. Ihre Offerten platzierten sie oft auf Kleinanzeigenportale. „Dort können sie eine Zeit lang aktiv sein, ohne direkt aufzufliegen“, so der Verband.

Keine Vorkasse: Hellhörig werden sollten Urlauber auch, wenn der vermeintliche Vermieter den Gesamt-Mietpreis sofort im Voraus oder mittels Bargeldtransferdienst wie Western Union oder Money Gram überwiesen haben will. „Besser ist es, per Lastschrift oder mit Kreditkarte zu bezahlen, dann kann das Geld im Betrugsfall meist durch die Bank wieder zurückgebucht werden“, erläutert Juristin Kaiser. Laut Verband Deutscher Ferienhausanbieter ist eine Anzahlung von 20 Prozent des Mietpreises nach Erhalt der Buchungsbestätigung üblich, im Ausland eventuell ein höherer Prozentsatz, bei Kurzfrist-Buchungen meist auch gleich die Bezahlung des Komplettbetrags.

Vorher anrufen: Als gute Möglichkeit, sich vor Fakes zu schützen, empfehlen LKA und Verbraucherzentrale den Anruf beim Vermieter oder bei der Vermittlungsagentur – da Betrüger Telefonate, die sie enttarnen könnten, vermeiden würden. „Wer also immer nur den Anrufbeantworter erreicht oder immer nur das Besetztzeichen hört, sollte die Finger von dem Angebot lassen“, raten die Experten. Weitere Indizien für einen Betrug könnten sein: Es wird nur per Messenger, etwa WhatsApp, kommuniziert oder in der Anzeige steht nur eine E-Mail-Adresse ohne Name, Postanschrift und Telefonnummer des Anbieters.

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