Frankfurter Börsen-Info RHEINPFALZ Plus Artikel Erstaunlicher Optimismus

Auf und Ab: Ausschnitt aus der Verlaufskurve des Dax im Handelssaal der Deutschen Börse in Frankfurt.
Auf und Ab: Ausschnitt aus der Verlaufskurve des Dax im Handelssaal der Deutschen Börse in Frankfurt.

An den Börsen könnte es nach dem jüngsten Anstieg der Aktienkurse wieder zu Rückschlägen kommen.

In der Ukraine wird weiter gekämpft, doch an den Aktienmärkten hat sich die Stimmung merklich aufgehellt. „Wir wünschten, der Markt läge geopolitisch richtig“, schreibt die Fondsgesellschaft DWS mit Blick auf die Wall Street, wo der Leitindex S&P 500 die seit Kriegsbeginn erlittenen Verluste bereits wieder wettgemacht hat. „Wir denken, dass dieser Kursverlauf viel Optimismus reflektiert angesichts eines russischen Präsidenten, dessen Reaktionsmuster so gut wie nicht vorhersehbar ist.“

Der Deutsche Aktienindex (Dax) notierte am Freitag zwar noch 4 Prozent tiefer als vor einem Monat, steht aber inzwischen wieder deutlich über 14.000 Zählern. Zur Erholung der Aktienmärkte dürfte beigetragen haben, dass der Ölpreis nach einem Anstieg auf mehr als 130 Dollar pro Barrel (159 Liter) wieder abgesackt ist. Befürchtungen, der Schmierstoff für die Wirtschaft könnte für viele Unternehmen schlicht zu teuer werden, wurden dadurch zerstreut. Für eine Entwarnung ist es aber noch zu früh, schließlich wird über weitere Sanktionen gegen den Öl-Exporteur Russland diskutiert.

„Hohe Volatilität“

Schon am heutigen Montag dürften neue Zahlen zu den Erzeugerpreisen für gewerbliche Produkte zeigen, wie stark sich der Anstieg der Energiekosten mittlerweile auf das gesamte Preisgefüge niederschlägt. Zudem werden am Donnerstag die Einkaufsmanager-Indizes für die Euro-Zone und am Freitag der Ifo-Geschäftsklimaindex darüber Auskunft geben, wie sich der Ukraine-Krieg auf Auftragslage und Stimmung der Unternehmen auswirkt. Obendrein stehen auf den Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs von Nato und EU schwierige politische Beratungen an, deren Ergebnisse die Märkte nicht kalt lassen werden. „Die Volatilität wird hoch bleiben“, warnt Claudia Windt von der hessisch-thüringischen Landesbank Helaba.

Von Unternehmensseite sind dagegen wenig Neuigkeiten zu erwarten, die Berichtssaison tröpfelt allmählich aus. Auf größeres Interesse dürften am Montag und Dienstag die Bilanzen von Nike und Adobe stoßen. Am Donnerstag präsentiert Heidelberg Cement seine Geschäftszahlen für 2021.

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