Meinung
Elektromobilität: Vorfahrt für Freiwilligkeit
Keine Kreuzfahrten, nicht ins Flugzeug, im Vorgarten des unnötigerweise frei stehenden Einfamilienhauses keine pflegeleichten Steine – und Diesel-SUV’s schon gleich gar nicht: Die insbesondere von Umweltschützern geäußerten Vorgaben, denen man als verantwortungsbewusster Mensch heutzutage folgen soll, sind inzwischen recht umfangreich. Moralische Vorschriften und der Ruf nach Verboten helfen jedoch nicht überzeugend weiter, so lange die vermeintlich Unbelehrbaren stigmatisiert und in die Dummenecke gestellt werden.
Überzeugt sein – das ist wichtig
Zwang zieht nicht und löst eher Trotz aus – Freiwilligkeit aufgrund eigener Überzeugung erscheint als besserer Weg. Bezogen auf die Automobilindustrie liegt deshalb deren Chef-Lobbyistin Hildegard Müller richtig: Man könne dem Verbraucher nicht vorschreiben, welchen Wagen er wählt. Sondern er muss davon überzeugt sein, dass zum Beispiel ein kleines E-Auto trotz steigender Strompreise auch reicht, um zu pendeln. Beim E-Auto-Kauf helfen staatliche Zuschüsse erheblich weiter. Sie sollten unbedingt erhalten bleiben. Und mehr Ladesäulen müssen schnell her. Ein „Ladegipfel“ ist deshalb das Gebot der Stunde.