Wirtschaft
Einigung beim Lkw-Bauer: MAN streicht 3500 statt 9500 Stellen
Wie viele Arbeitsplätze am Ende wirklich gestrichen werden, ist noch offen. Denn weiter verhandelt wird noch über die beiden Standorte Plauen in Sachsen und Steyr in Österreich, die das Management weiter schließen will. Schon jetzt ist aber klar, dass die Abbaupläne um Tausende Stellen geringer ausfallen, als einmal geplant, bestätigt ein Insider. Das verbürgt ein Eckpunktepapier, auf das sich beide Seiten nun verständigt haben.
„Wir freuen uns, dass wir nach intensiven Gesprächen eine gemeinsame Basis gefunden haben“, sagte MAN-Chef Andreas Tostmann. Insgesamt könne MAN die Ertragskraft jetzt um 1,7 Milliarden Euro steigern, wozu die Vereinbarungen mit dem Personal gut eine halbe Milliarde Euro beisteuern. Weitere 700 Millionen Euro entfallen auf geringere Materialkosten und 450 Millionen Euro auf zusätzliche Vertriebsleistungen.
Die 3500 schon feststehenden Stellen sollen bis Ende 2022 abgebaut werden und damit nicht so rasch, wie vom Management ursprünglich beabsichtigt. In diese Abbauzahl sind zudem Leiharbeiter und befriste Verträge eingerechnet. Im Münchner Stammwerk fallen damit dem Vernehmen nach effektiv rund 1500 Jobs den Rotstiftplänen zum Opfer. Geplant war ursprünglich das Doppelte. Der streitbare MAN-Betriebsratschef Saki Stimoniaris zeigte sich zufrieden. „Keine betriebsbedingten Kündigungen an deutschen Standorten“, verkündete er.
MAN-Chef Tostmann blickt auch nach vorne. „In fünf Jahren sei die Hälfte aller neuen MAN-Busse mit alternativen Antrieben unterwegs. Bis 2030 würden knapp zwei Drittel aller Verteiler-Lkw emissionsfrei fahren und im Fernverkehr rund 40 Prozent. Das Geld, um das sowie Automatisierung und Digitalisierung zu finanzieren, habe man mit dem Kostensenkungsplan nun freigeschaufelt.