Karlsruhe
DM baut Online-Services aus
Mehr als 6 Millionen Euro hat DM in die hygienegerechte Ausstattung ihrer inzwischen 2024 Märkte in Deutschland investiert. So wurden unter anderem Schutzvorrichtungen in den Kassenbereichen installiert, „damit Einzelhandel hinter Masken nicht anonym wird“, sagte Geschäftsführer Christoph Werner am Donnerstag in Karlsruhe bei der Vorlage der Zahlen für das Ende September abgelaufene Geschäftsjahr 2019/20.
Das Einkaufsverhalten der Kunden hat sich im Handel, auch bei Drogeriemärkten wie DM, in den vergangenen Jahren stark verändert. Die Frequenz in den Innenstädten nimmt ab, dafür steigt sie in Fachmarktzentren. Auch das Onlinegeschäft legt deutlich zu. Die Steigerungsraten haben bei DM in den vergangenen Monaten teils im dreistelligen Bereich gelegen. Der Umsatz von Bestellungen, die via App oder Homepage geordert wurden, habe sich innerhalb eines Jahres verdoppelt, sagte Werner, der aber keine Zahlen für dieses Segment nannte. Konzernweit stieg der Umsatz um 2,9 Prozent auf 11,52 Milliarden Euro, in Deutschland um 2,1 Prozent auf 8,5 Milliarden Euro. Der Anstieg wäre in Deutschland höher ausgefallen, hätte DM den gesenkten Mehrwertsteuersatz nicht an die Kunden weitergegeben.
Mehr Märkte in der Pfalz
Das Kaufverhalten beobachte DM genau, sagte Werner. Sollte sich der Trend – weg aus den Innenstädten – fortsetzen, werde der Konzern womöglich die Anzahl der Standorte reduzieren. Zunächst setzt DM jedoch den starken Expansionskurs fort. Im beendeten Geschäftsjahr wurden 62 Märkte neu oder wieder eröffnet, darunter waren einige Standortverlagerungen. Netto gab es einen Zuwachs von 97 Märkten, darunter 27 in Deutschland und drei in der Pfalz (Schwegenheim, Ludwigshafen und Kusel). In mittlerweile 49 Märkten in Rheinland-Pfalz arbeiten mehr als 740 (Vorjahr: 660) Mitarbeiter, davon 130 in Ausbildung. Im Vergleich zum Vorjahr habe sich der Umsatz positiv entwickelt.
Im aktuellen Geschäftsjahr plant DM „viele Neueröffnungen“ und will die Gesamtzahl der Märkte stärker erhöhen als im Vorjahr. Da alle Märkte angemietet seien, könne das Unternehmen schneller und flexibler dort Filialen eröffnen, wo auch die Kunden sind. Ins Filialnetz und die Ausstattung der Märkte haben die Karlsruher im abgelaufenen Geschäftsjahr rund 100 Millionen Euro investiert. In den nächsten Monaten sind dafür mehr als 120 Millionen Euro vorgesehen. Europaweit ist DM in 13 Ländern mit 3765 Märkten aktiv. Dass die Anzahl der Mitarbeiter in Deutschland zurückgegangen ist, hänge damit zusammen, dass mehr Kräfte Vollzeit arbeiten und der Anteil an Teilzeit-Beschäftigten entsprechend abnimmt. Zudem sei es schwer, offene Stellen zu besetzen, sagte Werner.
Der Branchenführer hat den Vertrieb auf allen Kanälen ausgebaut und bietet neben dem stationären Einkauf und der Online-Order auch die Möglichkeit, online bestellte Ware vor Ort abzuholen. Deutlich verbessert wurde der Express-Service. Sofern die Ware in der Filiale verfügbar ist, können Kunden übers Netz bestellte Produkte nach drei Stunden im Markt der Wahl abholen. Bislang lag die Frist bei sechs Stunden. Bargeld können Kunden bei DM schon ab dem ersten Produktkauf kostenfrei mitnehmen; kontaktlos zahlen ohne Pin-Eingabe ist bis 50 Euro möglich. Auch einen Covid-19-Schnelltest bietet DM an. Geändert und optimiert wurde auch die Logistik. Digitale Zwillinge der Märkte sollen es zudem ermöglichen, Arbeitsabläufe zu verbessern. Für sein neues Strategieprojekt ist DM mit dem den Deutschen Logistikpreis 2020 ausgezeichnet worden.
Auf hohem Niveau bleibt das soziale Engagement der Karlsruher, die es ihren Filialen freistellt, für welche Vereine oder Einrichtungen vor Ort sie sich engagieren. Um Kliniken in Italien und osteuropäischen Ländern in der Krise zu helfen, hat DM 15 Beatmungsgeräte gekauft. Mit rund 1,4 Millionen Euro hat das Unternehmen 1750 ehrenamtliche Projekte in Deutschland unterstützt.