Börseninfo RHEINPFALZ Plus Artikel Die Sorgen am Aktienmarkt werden nicht kleiner

Einige Experten bezweifeln, dass die hohen Bewertungen vieler Unternehmen gerechtfertigt sind.
Einige Experten bezweifeln, dass die hohen Bewertungen vieler Unternehmen gerechtfertigt sind.

Die Unsicherheiten werden nicht kleiner. Aber die Anleger sehen nach wie vor kaum Alternativen dazu, ihr Geld in Aktien zu investieren. Schon kommen die ersten Experten, die sich fragen, ob die Märkte nicht der Entwicklung zu weit vorangeschritten sind. Natürlich werden an der Börse immer Zukunftserwartungen gehandelt – „doch ob die wirtschaftliche Erholung wirklich so schnell kommt, wie dies jetzt in den Kursen zum Ausdruck kommt, bleibt fraglich“, sagt etwa Robert Halver von der Baader Bank.

Auch in den USA kommen immer mehr Zweifel auf, ob die hohen Bewertungen vieler Unternehmen, vor allem aus dem Technologiesektor, gerechtfertigt sind. Andere Experten verweisen darauf, dass sich die Kurse vom Corona-Schock sehr schnell erholt haben und eine Atempause daher nicht überraschend sei. Immerhin waren die Kurse von ihrem Tiefpunkt im März um stolze 60 Prozent nach oben geschossen, bis hin zum Zwischenhoch beim deutschen Leitindex Dax von 13.314 Punkten im Juli. Auch in der vergangenen Woche pendelte das Börsenbarometer um die 13.000 Punkte, konnte sich aber nicht dauerhaft darüber halten.

Für die weitere Entwicklung der Kurse wird weiterhin die Corona-Pandemie eine wichtige Rolle spielen. Kommt die befürchtete zweite Welle mit einem erneuten Lockdown? Dies wäre für die deutsche Wirtschaft noch verheerender als der erste Stillstand, meint Lars Feld, einer der fünf Wirtschaftsweisen, die die Bundesregierung beraten. Die am Freitag anstehenden vorläufigen August-Zahlen für die Einkaufsmanagerindizes für den Dienstleistungsbereich würden zeigen, inwieweit dies und die Furcht vor weitergehenden Maßnahmen die Geschäfte bereits beeinträchtigt, meinen die Volkswirte der Commerzbank. Aus der Eurozone steht zudem noch das Verbrauchervertrauen im August auf der Agenda.

Ansonsten stehen am Donnerstag einmal mehr die wöchentlichen US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe im Fokus. Von den Unternehmen sind kaum noch neue Daten zu erwarten, nur noch einige Nachzügler aus dem MDax und SDax legen ihre Halbjahreszahlen vor, unter anderen Zooplus, Tele Columbus oder CTS Eventim.

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