Frankfurter Börsenwoche
Die Nervosität steigt
Sowohl der Deutsche Aktienindex (Dax) als auch die US-Leitindizes gaben am Freitag deutlich nach. Die Bilanzsaison dürfte Anlegern diese Woche allerdings neue Impulse liefern. Am Dienstag öffnen in den USA mehrere Großkonzerne die Bücher, die von der Corona-Pandemie profitiert haben dürften: Der Pharmakonzern Pfizer, Partner des deutschen Impfstoffproduzenten Biontech, das Online-Kaufhaus Amazon, Alphabet als Betreiber der Suchmaschine Google und der Paketzusteller UPS.
Am Mittwoch lädt der Technologiekonzern Siemens zur virtuellen Hauptversammlung, bei der auch die endgültigen Zahlen für das erste Quartal veröffentlicht werden. Erste Eckdaten hatte das Unternehmen bereits vorletzte Woche vermeldet, sie lagen über den Markterwartungen. Gute Nachrichten erhoffen sich Beobachter auch von der Deutschen Bank, die am Donnerstag ihre Jahresbilanz veröffentlicht. Nach jahrelanger Durststrecke dürfte das Institut nach Einschätzung von Analysten erstmals wieder so viel Geld verdient haben, dass auch nach Abzug der Steuern sowie der Zinszahlungen an Anleihegläubiger noch ein Gewinn übrig bleibt. Beim kriselnden Industriekonzern Thyssen-Krupp, dessen Aktionäre sich am Freitag per Video-Schalte zur Hauptversammlung zusammenschließen, ist eine Trendwende dagegen nicht in Sicht. Die jüngsten Kursrücksetzer zeugten von einer wachsenden Nervosität, aber auch von einem Realitätscheck, kommentiert die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW).