Börsen-Info
Die Jahresendrallye fällt aus
An eine ruhige Vorweihnachtszeit ist an den Aktienmärkten nicht mehr zu denken – und wohl auch nicht mehr an die Jahresendrallye. Wie schon das ganze Jahr hat Corona die Finanzmärkte wieder fest im Griff. Eben noch wurde die Zulassung des ersten Impfstoffes von den Anlegern als Zeichen der Hoffnung gefeiert, nun sorgen die nach wie vor steigenden Infektions- und Todeszahlen, der erneute Lockdown in Deutschland und die ausbleibende Einigung auf ein weiteres Corona-Hilfspaket in den USA für einen Stimmungsumschwung. Hinzu kommen noch die ungeklärte Frage der künftigen Beziehungen zum Nicht-mehr EU-Mitglied Großbritannien sowie der erstarkte Euro, die das Sorgenpaket abrunden. Das sind alles keine guten Aussichten für die nächsten Tage. Sowohl der amerikanische Leitindex Dow-Jones als auch sein deutsches Pendant Dax werden sich wohl von ihren Höchstwerten verabschieden.
Dennoch werden sie auch nicht ins Bodenlose fallen – denn nach wie vor sind Aktien vor allem für professionelle Investoren eine attraktive Anlageform, zumal das Zinsniveau auf längere Zeit niedrig bleiben wird. Die Experten erwarten von der Sitzung der US-Notenbank Fed am Donnerstag keine Neuigkeiten, erhoffen sich aber, dass auch die US-Währungshüter zumindest Hoffnung verbreiten.
Das sieht unter anderen auch der Chefvolkswirt der Dekabank, Ulrich Kater, so: „Der Wirtschaftseinbruch im vierten Quartal wird in Euroland wesentlich geringer ausfallen, als der Einbruch im Frühjahr“.
Bei den Konjunkturdaten richten Anleger ihre Aufmerksamkeit unter anderem auf die US-Einzelhandelsumsätze am Mittwoch. Für die Stimmung in den deutschen Chefetagen wird am Freitag der Ifo-Index einen Anhaltspunkt liefern. Zwei Tage zuvor stehen die deutschen und europäischen Einkaufsmanager-Indizes auf dem Terminplan.