Wirtschaft Die BASF und das Ammoniak

Die BASF, die am 6. April 150 Jahre alt wird, hat die synthetische Herstellung von Ammoniak im Industriemaßstab erfunden. Nachdem der Karlsruher Chemieprofessor Fritz Haber ab 1904 ein Laborverfahren zur Gewinnung von Ammoniak entwickelt hatte, begann 1909 der damals 35 Jahre alte BASF-Chemiker und spätere Konzernchef Carl Bosch daraus eine großtechnische Anlage zu bauen. Das Ziel war damals die Lösung des Weltproblems Hunger. Ammoniak ist der Ausgangsstoff zur Herstellung von Stickstoffdünger für die Nahrungsmittelproduktion. Im September 1913 ging im BASF-Werk Oppau der erste Ammoniakreaktor der Welt in Betrieb. Er arbeitete nach dem Haber-Bosch-Verfahren. Ammoniak kann auch zur Herstellung von Schießpulver verwendet werden. Das war damals dann auch der Fall, nachdem 1914 der Erste Weltkrieg ausgebrochen war. Nach dem Krieg war der Chemiekonzern dann mit seiner durch staatliche Subventionen stark erweiterten Ammoniakproduktion der größte Düngemittelhersteller der Welt. Inzwischen hat sich die BASF weitgehend aus dem Düngemittelgeschäft zurückgezogen. 2012 zahlte die russische Euro-Chem-Gruppe 830 Millionen Euro für die Übernahme der BASF-Düngerfabrik in Antwerpen. Vom Verkauf unberührt ist die Düngerproduktion in Ludwigshafen. Mit einer Kapazität von 600.000 Tonnen im Jahr spielt diese in den Wertschöpfungsketten des Ludwigshafener Verbundsystems bis heute noch eine Rolle als ohnehin anfallendes Nebenprodukt. Mit dem Verkauf schloss die BASF den Rückzug aus dem Düngemittelgeschäft ab. Euro-Chem vertreibt den von der BASF noch produzierten Dünger. (jeu)