Wirtschaft Deutsche ABB wächst durch digitale Angebote

Etwa 15 Prozent seiner Roboter liefert ABB Deutschland an die Solarindustrie und ist damit nach eigener Angabe bundesweiter Mark
Etwa 15 Prozent seiner Roboter liefert ABB Deutschland an die Solarindustrie und ist damit nach eigener Angabe bundesweiter Marktführer.

«Mannheim.»Die deutsche ABB hat sich im Geschäftsjahr 2017 in einem schwierigen Marktumfeld gut behauptet. Profitiert habe die in Mannheim beheimatete Landesgesellschaft des Schweizer Technologiekonzerns vor allem vom neuen digitalen Portfolio an Produkten und Projekten. Verstärkt investieren will ABB in Aus- und Weiterbildung.

Während der Exportmarkt zurückgegangen und unter den Erwartungen geblieben sei, habe ABB im Inland das dritte Jahr in Folge ein beschleunigtes Wachstum erlebt. Die fürs Gesamtgeschäft wichtigen Basisaufträge mit einem Volumen von bis zu 13 Millionen Euro seien im Heimatmarkt im Vorjahresvergleich um 10 Prozent gestiegen. Der Umsatz sei 2017 gegenüber 2016 mit 3,26 Milliarden Euro gleich geblieben, der Gewinn habe um 25 Millionen auf 174 Millionen Euro zugelegt, sagte Vorstandschef Hans-Georg Krabbe gestern bei der Bilanzvorlage für 2017. Profitiert habe ABB vor allem von der konsequenten Umsetzung der neuen Konzernstrategie. Mit der Einführung von ABB Ability habe das Unternehmen im digitalen Bereich einen großen Schritt gemacht. Das inzwischen 210 Angebote umfassende Portfolio digitaler Lösungen und Dienstleistungen bündelt ABB unter dem Namen Ability. Dazu gehört auch eine Plattform für die Entwicklung neuer Angebote. Der Umsatzanteil digitaler Projekte und Produkte liege inzwischen bei über 50 Prozent und sei etwas höher als im Gesamtkonzern, sagte Krabbe. Gestärkt habe ABB das digitale Stromnetz- und Softwareportfolio durch den Kauf des Geschäftsfeldes Kommunikationsnetze der Keymile-Gruppe in Hannover. Mit einem Umsatzwachstum von 16 beziehungsweise 11 Prozent hätten sich die Unternehmensbereiche Industrieautomation sowie Robotik und Antriebe besonders gut entwickelt. Positiv sei auch der Geschäftsverlauf bei Elektrifizierungsprodukten mit einem Auftragsplus von 4 Prozent. Treiber seien in erster Linie die Wohnungsbaukonjunktur und der Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektromobilität. Hier sieht sich ABB mit einem breiten Sortiment und den Angeboten zur Netzanbindung als weltweiter Marktführer. Die Anzahl der ABB-Mitarbeiter ging im Berichtsjahr bundesweit um 1 Prozent auf 10.550 zurück. Da vor allem administrative Tätigkeiten vom Abbau betroffen gewesen seien, sei dieser in der Region mit den Standorten Mannheim, Heidelberg und Ladenburg mit minus 3 bis 4 Prozent auf etwa 4000 Beschäftigte höher ausgefallen. Zusätzliche Stellen seien im Bereich Automatisierung geschaffen worden, womit der Abbau von Arbeitsplätzen mit standardisierten Aufgaben zum Teil hätte ausgeglichen werden können. In der Digitalisierung sieht Hans-Georg Krabbe große Wachstumschancen für die deutsche ABB. „Und mit Wachstum sind auch weitere Arbeitsplätze verbunden“, sagte der Vorstandschef. Jedoch werde es Änderungen bei der Art der Arbeitsplätze geben. Um darauf und auch auf den fortschreitenden Fachkräftemangel zu reagieren, will ABB in Ausbildung und in die Weiterbildung der Beschäftigten investieren. Ende des Jahres werde das Unternehmen in Berlin ein neues Gebäude speziell für die Weiterbildung im Bereich Digitalisierung eröffnen, sagte Arbeitsdirektor Markus Ochsner. Um die Arbeit mit den Kunden „auf ein neues Niveau zu heben“, so Krabbe, eröffne ABB in dieser Woche am Standort Mannheim ein Kollaborationszentrum.

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