Auto-Test
Dacia Jogger: Rumänisches Raumwunder
Für 900 Euro Aufpreis wird der Wagen zum Siebensitzer – ohne dass man es ihm sofort aussehen würde. Die Dachlinie verläuft kaum höher als bei einem klassischen Kombi, aber deutlich niedriger als bei einem Hochdachkombi. In der höchsten Xtreme+-Ausstattung zählen unter anderem Funkschlüssel, elektrische Parkbremse und Sitzheizung zum Serienumfang des 4,55 Meter langen Jogger. Komforteinbußen notierten wir lediglich in Form der nicht höhenverstellbaren Sicherheitsgurte und der bei unserem Testwagen an heißen Tagen etwas schwächelnden Klimaautomatik.
Innen
Das erfreulich aufgeräumte Cockpit lässt mit großen Ablagefächern und hübschen Kunststoffen kaum Wünsche offen. Die Mischung aus gut ablesbaren analogen Rundinstrumenten, einfarbigem Bordcomputer-Angaben und einem großen berührungsempfindlichen Navi-Bildschirm liefert reichlich Infos, ohne den Fahrer digital zu überfrachten. Als praktisch empfanden wir den Universal-Handyhalter mit der direkt daneben befindlichen USB-Ladebuchse. Die zusätzlichen Sitze in der dritten Reihe bieten erstaunlich viel Kopf- und Beinfreiheit und können aufgrund ihres geringen Gewichts problemlos aus- und eingebaut werden. Je nach Anzahl der Passagiere variiert die der Stauraum zwischen 160 und 1807 Litern.
Antriebe
Bisher bestand das Angebot aus genau einem Motor, der wahlweise als Benziner oder Autogasvariante unter der Haube werkelt. In der von uns gefahrenen Benzin-Version bietet der Einliter-Dreizylinder 110 PS/81 kW Leistung und gibt sich redlich Mühe, den Jogger flott nach vorne zu bewegen. Allerdings setzt der Turbo derart abrupt ein, dass sich Mitreisende mitunter über die fahrerischen Fähigkeiten des Menschen hinterm Lenkrad wundern dürften. Es benötigt etwas Übung, um das Auto nach jeder roten Ampel wieder harmonisch auf Tempo zu bringen. Gleichmäßiger unterwegs sein dürfte der Hybrid-Jogger mit Automatikgetriebe, den Dacia kürzlich auf dem Autosalon in Paris enthüllte.
Unterwegs
Holperige Kopfsteinpflaster-Passagen können dem Jogger wenig antun, sein Fahrwerk wurde konsequent auf Komfort ausgelegt. Der leichtgängigen Servolenkung würde etwas mehr Präzision guttun. Auf Bundesstraßen und Autobahnen schwimmt der Jogger entspannt mit, wobei elektronische Helfer wie die Scheibenwischer- und Lichtautomatik oder der Totwinkel-Assistent den Fahrer entlasten. Der von uns ermittelte Testverbrauch von 7,1 Litern basiert auf einer Strecke mit einem relativ hohen Autobahnanteil, der mit Richtgeschwindigkeit (130 km/h) absolviert wurde.
PLUS UND MINUS
Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis; gefälliges Design; übersichtliches Cockpit. – Keine Höhenverstellung der Sicherheitsgurte; etwas ungestümer Turbolader.
Autogramm
Dacia Jogger TCe 110 Extreme+
Typ: Crossover-Kombi; Preis: 21.250 Euro; Länge: 4,55 Meter; Breite: 1,78 Meter; Höhe: 1,69 Meter; Radstand: 2,90 Meter; Leergewicht: 1280 Kilogramm; Zuladung: 582 Kilogramm; Kofferraum: 160-1807 Liter; Sitze: sieben; Tankinhalt: 50 Liter; Motor: Otto-Dreizylinder; Hubraum: 999 Kubikzentimeter; Leistung: 110 PS/81 kW bei 5000 U/min; max. Drehmoment: 200 Newtonmeter bei 2900-3500 U/min; Getriebe: Sechsgang-Schaltung; Spitze: 183 km/h; 0 auf 100 km/h: 11,2 Sekunden; Normverbrauch (WLTP): 5,7 Liter Super pro 100 Kilometer, CO2-Ausstoß: 130 Gramm/km, Testverbrauch: 7,1 Liter Super E10 pro 100 Kilometer.