Rheinland-Pfalz
Chinesischer Haupteigentümer des Flughafens Hahn ist pleite
„Die Restrukturierung der HNA Group Company Ltd aus Haikou (China) betrifft nicht den Betrieb des Flughafens Frankfurt-Hahn und seiner Betreibergesellschaft Frankfurt-Hahn GmbH“, sagte ein Sprecher des Hunsrück-Flughafens am Freitag. Die deutsche Gesellschaft erfülle unverändert ihre Verpflichtungen, hieß es weiter.
Das Land Rheinland-Pfalz hat 2017 seine Anteile von 82,5 Prozent am Hunsrück-Flughafen Hahn an die HNA Airport Group verkauft, eine Tochtergesellschaft der HNA Group. Die restlichen 17,5 Prozent liegen als stille Beteiligung beim Bundesland Hessen. Rheinland-Pfalz hatte sich verpflichtet, bis 2024 finanzielle Hilfen für Betriebskosten, die Sicherheit und für Investitionen zu zahlen. Danach muss das Unternehmen nach EU-Vorgaben auf eigenen finanziellen Füßen stehen. Im Geschäftsjahr 2020 lag das Frachtaufkommen des Flughafens nach RHEINPFALZ-Informationen bei rund 240.000 Tonnen nach 171.000 Tonnen im Jahr 2019.
Land hat Zahlungen eingestellt
Nachdem die Staatsanwaltschaft Koblenz im Sommer 2020 bei sechs am Flughafen Hahn ansässigen Unternehmen, darunter der Betreibergesellschaft, Ermittlungen im Zusammenhang mit Steuerdelikten aufgenommen hatte, stellte das Land sämtliche Zahlungen ein. Für die Geschäftsjahre 2017 und 2018 waren noch 15,3 Millionen Euro Steuergeld geflossen. Ein Sprecher des Innenministeriums sagte am Freitag, das Land habe keine Informationen über die Situation von HNA und habe sich deshalb an chinesische Regierungsstellen gewandt. Die CDU-Opposition im Landtag forderte die Regierung auf mitzuteilen, was sie von der Schieflage des Unternehmens gewusst habe und ob es einen Plan B gebe.
Der HNA-Konzern hatte sich in den vergangenen Jahren mit milliardenschweren Beteiligungen weltweit verschuldet. Zeitweise hielt HNA sogar fast 10 Prozent der Anteile an der Deutschen Bank, hat sich dort aber wieder zurückgezogen. Die Corona-Pandemie hat der Flugsparte besonders zugesetzt.