Wirtschaft Bornheim: Pfälzer Bau- und Gartenmarktkonzern Hornbach verstärkt Online-Handel
Die Wachstumsimpulse beim Pfälzer Bau- und Gartenmarktkonzern Hornbach kommen weiterhin aus dem Ausland und – in zunehmendem Maß – aus dem Online-Geschäft. Im Jubiläumsjahr – vor 50 Jahren eröffnete Hornbach den ersten kombinierten Bau- und Gartenmarkt Europas – habe sich die Hornbach-Gruppe bisher gut behauptet.
Das sagte Albrecht Hornbach, Vorstandsvorsitzender der Hornbach Management AGam Donnerstag bei der Präsentation der Zahlen und der Jubiläumsfeier in Bornheim – die Management AG ist die Vollhafterin in der neuen Rechtsform Kommanditgesellschaft auf Aktien, KGaA. Mit einem frostigen Frühjahr und einer extremen Sommerhitze „waren die Rahmenbedingungen alles andere als einfach“, sagte Hornbach. Pools oder Ventilatoren hätten sich gut verkauft, aber viele hätten „keine Lust auf größere Handwerksprojekte gehabt“. Neben den teils extremen Temperaturen hätten steigende Einkaufspreise, negative Wechselkurseffekte und eine geringe Handelsspanne das Betriebsergebnis im ersten Halbjahr belastet. Trotz des schwachen ersten Quartals habe die Hornbach-Gruppe im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres 2018/19 (Ende Februar) ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von knapp 161 Millionen Euro erzielt. Dies sei nach dem Rekordjahr 2017/18 (das Ebit lag Ende August 2017 bei 175,8 Millionen Euro) der zweitbeste Wert der Unternehmensgeschichte. Der Umsatz stieg in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres um 3,5 Prozent auf knapp 2,4 Milliarden Euro gegenüber der vergleichbaren Vorjahreszeit. Den größten Umsatzzuwachs im stationären Geschäft gab es in den mittlerweile 60 Märkten außerhalb Deutschlands. Hier kletterten die Erlöse um knapp 7 Prozent auf 1,08 Milliarden Euro. Weit stärker wuchs das Online-Geschäft über alle Kanäle (Direktvertrieb sowie Online-Order beziehungsweise -Reservierung und Abholung im Markt). Hier verzeichnet der familiengeführte Konzern einen Zuwachs von 22 Prozent. Der Anteil des Online-Geschäfts am Gesamtumsatz liege inzwischen bei knapp 10 Prozent, sagte Konzernchef Albrecht Hornbach. Trotz des verhaltenen Starts ins laufende Geschäftsjahr rechnet Finanzchef Roland Pelka damit, dass der Konzern bei Umsatz und Ertrag aufholt und dass das bereinigte Konzernbetriebsergebnis 2018/19 auf dem Niveau des Vorjahres (165,6 Millionen Euro) liegen wird. Die Digitalisierung des Geschäfts nannte Vorstandschef Albrecht Hornbach den Schlüssel zum Erfolg des Unternehmens: „Der Online-Shop ist der Hauptpfeiler unserer Wachstumsstrategie.“ Seit dem Start im Jahr 2010 hat Hornbach – nach Obi und Bauhaus weiterhin der drittgrößte Baumarktbetreiber in Deutschland – mehrere Hundert Millionen Euro in den Auf- und Ausbau des Online-Geschäfts investiert. Um die Digitalisierung zu finanzieren, wende der Konzern „große Teile des Gewinns auf“, sagte Hornbach. Ende August überschritt Hornbach bei der Anzahl der Mitarbeiter erstmals die 20.000er-Marke. Im Konzern mit 157 Bau- und Gartenmärkten – davon 97 in Deutschland – arbeiteten 20.344 Menschen, darunter 11.743 in Deutschland und davon 2811 in der Pfalz. Zu Beginn des Geschäftsjahres waren im Konzern 19.614 Mitarbeiter beschäftigt, darunter 11.380 in Deutschland. In der Pfalz arbeiteten Ende Februar 2717 Menschen für Hornbach. Aktienchart: Hornbach Baumarkt AG
