Meinung
Betriebsärzte: Ein Impf-Booster
Die Impfkampagne in Deutschland hat deutlich an Fahrt gewonnen. Im April wird täglich grob doppelt bis mehr als dreimal so häufig geimpft wie im März. Und alles deutet darauf hin, dass es schnell noch sehr viel besser wird. So gut, dass Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ankündigt, dass im Juni die Impfpriorisierung wohl aufgehoben werden kann. Denn: Im zweiten Quartal liefern die Hersteller endlich sehr viel mehr Impfstoff. Bislang war der Mangel an Vakzin der Grund dafür, dass hierzulande viel zu wenig Menschen geimpft sind.
Eine weitere Säule
Jetzt darf nur eines nicht passieren: Es steht zwar sehr viel Impfstoff zur Verfügung, wir haben aber nicht die Kapazitäten, ihn in diesen Mengen auch in die Oberarme zu bringen. Doch danach sieht es erfreulicherweise nicht aus. Vor allem mit den 50.000 Hausarztpraxen steht ein großes Reservoir an Impfmöglichkeiten bereit.
Eine weitere Säule der Impfkampagne wird hinzukommen. Sie ist sicher nicht so stark wie die der Hausärzte. Aber die Unternehmen mit ihren rund 12.000 Betriebsärzten werden einen wesentlichen Beitrag leisten. Die Industrie- und Handelskammern schätzen, dass die Betriebsärzte pro Monat fünf Millionen Arbeitnehmer impfen könnten.
Dieses Land muss jetzt impfen, was das Zeug hält: um das Sterben zu beenden und die enormen wirtschaftlichen Schäden. Damit wir endlich wieder ein freieres Leben führen können.