Meinung RHEINPFALZ Plus Artikel BASF gibt Mitarbeitern inmitten der Corona-Krise ein sicheres Gefühl

Mitarbeiter im Ludwigshafener Stammwerk der BASF.
Mitarbeiter im Ludwigshafener Stammwerk der BASF.

Die neue Standortvereinbarung der BASF schenkt den Mitarbeitern im Stammwerk ein derzeit rares Gut: Zuversicht.

Keine Frage: Die Corona-Pandemie hat eine sehr tiefe Schneise in die zuletzt jahrelang prosperierende deutsche Wirtschaft geschlagen. Aber man reibt sich schon die Augen. Auf der einen Seite kommt etwa ein Konzern wie die Lufthansa ohne Staatshilfe nicht mehr über die Runden und kündigt den Abbau von 10.000 Arbeitsplätzen an. Auf der anderen Seite spricht der Ludwigshafener Chemiekonzern BASF eine Arbeitsplatzgarantie für sein Ludwigshafener Stammwerk über Jahre hinweg aus. Und hebt die vereinbarten Mindestinvestitionen an. Und gibt seinen Mitarbeitern mit einem Job-Ticket auch noch Mobilitätsanreize. Das ist ein bemerkenswert schönes Ergebnis, das Unternehmensleitung und Arbeitnehmervertreter hier verhandelt haben. Denn es gibt den BASF-Mitarbeitern eine Sicherheit, die sich jetzt viele wünschen in diesen unsicheren Zeiten.

Kein Widerspruch

Das soll nicht darüber hinwegtäuschen, dass die BASF in ihrem Stammwerk Personal abbaut und diesen Abbau zuletzt sogar beschleunigt hat. Der Chemiekonzern beschäftigte dort Ende März dieses Jahres 34.606 Mitarbeiter, das waren 798 weniger als zwölf Monate zuvor. BASF-Chef Martin Brudermüller hat angekündigt, dass die Anzahl der Mitarbeiter im Stammwerk Ende dieses Jahres „deutlich niedriger“ ausfallen werde als Ende 2019. Allerdings hat das nichts mit der Pandemie zu tun, sondern ist einer länger geplanten Straffung der Organisation geschuldet. Hinzu kommt der demografische Wandel in der Belegschaft. Die Vertreter der Babyboomer-Generation erreichen das Rentenalter. Derzeit verlassen jährlich Hunderte BASF-Mitarbeiter altersbedingt das Stammwerk. Ab 2022 werden es über 1000 sein pro Jahr. Damit ist Stellenabbau in diesen Größenordnungen einfach – ganz ohne Entlassungen. Und er ist auch kein Widerspruch zur zentralen Rolle, des mit Abstand größten Standorts im BASF-Konzern.

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