Wirtschaft RHEINPFALZ Plus Artikel BASF: Eine halbe Milliarde Euro für Acetylen

Die Umrisse der neuen Acetylen-Fabrik im Ludwigshafener BASF-Stammwerk sind schon klar erkennbar. Im Herbst sollen in der Spitze
Die Umrisse der neuen Acetylen-Fabrik im Ludwigshafener BASF-Stammwerk sind schon klar erkennbar. Im Herbst sollen in der Spitze 1300 Leute auf der Großbaustelle arbeiten.

Der Chemiekonzern BASF liegt mit dem Bau seiner riesigen neuen Acetylen-Fabrik gut im Zeitplan. Die Investitionssumme liegt nach RHEINPFALZ-Informationen bei einer halben Milliarde Euro.

Die Arbeiten auf der rund 40.000 Quadratmeter großen Baustelle – das entspricht rund sechs Fußballplätzen – liefen planmäßig, sagte der BASF-Ingenieur Bora Ipek, der das Bauprojekt leitet. Derzeit seien 750 Leute auf der Baustelle beschäftigt – 150 davon seien BASF-Mitarbeiter. Die übrigen sind bei Fremdfirmen angestellt, sogenannten Kontraktoren. Die BASF arbeitet bei dem Acetylen-Projekt mit rund 80 Kontraktoren zusammen, die Mitarbeiter aus 25 Ländern beschäftigen. Von Herbst bis Weihnachten, wenn die Spitze der Arbeiten erreicht wird, werden 1300 Leute im Einsatz sein – davon 150 bis 200 BASF-Mitarbeiter. Die neue Acetylen-Fabrik soll im vierten Quartal 2019 in Betrieb gehen. Mit einer Jahreskapazität von 90.000 Tonnen werde die Anlage World-Scale-Dimension erreichen, teilte die BASF mit. World-Scale bedeutet, dass die Fabrik zu den weltweit größten Anlagen für die Produktion eines bestimmten Stoffs zählt. Die neue Acetylenfabrik soll die im Jahr 1962 gestartete kleinere Anlage mit einer jährlichen Kapazität von 75.000 Tonnen ersetzen. Der alte Betrieb wird dann abgerissen. Während mit der neuen, gerade in den Regelbetrieb gestarteten Anlage zur Produktion der Chemikalie TDI 200 Arbeitsplätze geschaffen wurden, wird die neue Acetylenfabrik mit 60 Arbeitsplätzen 20 Stellen weniger bieten als die alte. Den betroffenen Mitarbeitern werden andere Arbeitsplätze angeboten.

8500 Tonnen Stahl verbaut

Etwa 20 Produktionsanlagen am Standort Ludwigshafen nutzen Acetylen als Ausgangsstoff für viele weitere Produkte und Wertschöpfungsketten. Acetylen ist ein Ausgangsstoff zur Herstellung von ganz verschiedenen Produkten: Arzneimitteln, Vitaminen, Kunststoffen, Lösemitteln, Elektrochemikalien, elastischen Textilfasern, Farben für Tintenstrahldrucker und Fahrzeugreifen. Zur Herstellung von Acetylen werden Erdgas, Sauerstoff und Wasser verwendet. Die Beton- und Stahlbauarbeiten an der neuen Anlage seien weitgehend abgeschlossen, teilte die BASF mit. Es werden 35.000 Kubikmeter Beton und 8500 Tonnen Stahl verbaut. Die neue Acetylen-Anlage besteht aus 440 maßgefertigten Kolonnen, Maschinen und Apparaten, die in zwölf Ländern und auch in BASF-Werkstätten hergestellt wurden. Kolonnen sind Apparate zur thermischen Trennung von Gemischen. Ähnlich wie Rohrleitungen prägen sie das Bild von Chemiefabriken. Die Qualität der eingekauften Geräte sei direkt bei den Herstellern kontrolliert worden, so die BASF. Über 90 Prozent der Apparate seien bereits installiert. Im April sei das längste Teil eingebaut worden. Eine 60 Meter lange und 225 Tonnen schwere Kolonne. Mit der Investition werde die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Ludwigshafen weiter ausgebaut, sagte der Werksleiter des BASF-Verbundstandorts Ludwigshafen, Uwe Liebelt, vor einiger Zeit. Die BASF betreibt seit 2000 eine weitere Acetylen-Anlage an ihrem US-Verbundstandort in Geismar/Louisiana.

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